In der Bundesrepublik Deutschland wurde eine extrem rechte Partei verboten: 1952 erließ das Bundesverfassungsgericht das Verbot der „Sozialistischen Reichspartei“ (SRP). Damals hat die Bundesregierung unter Kanzler Adenauer den Verbotsantrag gestellt.
Die Vorgeschichte des Verbots ist gerade aus heutiger Sicht spannend, viele Argumente von heute gab es damals schon.
An vielen Orten im Oberbergischen waren während der NS-Zeit Zwangsarbeitskräfte interniert. Die Baracken, in denen sie untergebracht waren, existieren nicht mehr. Erhalten sind die Gräber derjenigen, die die harten Arbeitsbedingungen und die schlechte Ernährung nicht überlebt haben.
Gerade im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus ist es wichtig, der rassistischen Propaganda der AfD ein deutliches STOPP eintgegen zu setzen. Deshalb war der 21. März 2026 ein landesweiter Aktiontag für den NRW-Appell „AfD-Verbot Jetzt!“.
Auch in Gummersbach waren wir wieder auf der Straße:
Der große Philosoph und Humanist Jürgen Habermas ist am 14. März 2026 im Alter von 96 Jahren gestorben. Er war in Gummersbach zur Schule gegangen und hatte das Abitur am Gymnasium an der Moltkestraße abgelegt.
Habermas hat sich immer öffentlich für Demokratie und Menschenrechte, gegen Rechtsextremismus ausgesprochen. Als bei der Kommunalwahl Ende August 2009 erstmals die Rechtspopulisten von „Pro NRW“ im Oberbergischen kandidierten, hatten wir von „Oberberg ist bunt“ eine Plakatwand gemietet, auf der Bürgerinnen und Bürger des Kreises unter der Überschrift „Wir Oberberger zeigen Gesicht für die Vielfalt“ forderten: „Keine Stimme den Rechtspopulisten!“
Schon am Vortag des offiziellen Auftakts zum NRW-Appell hatten wir am 7. Februar in Gummersbach einen Infostand zur Unterschriftensammlung. Wir waren etwas unsicher, wie das wohl läuft. Doch das Ergebnis war überwältigend:
Es waren von Anfang viele dabei, nicht nur zum unterschreiben, sondern auch um die Menschen in der Stadt anzusprechen. Und das klappte: Es gab großes Interesses, es gab viel positives Echo, es gab jede Minute neue Unterschriften. Gut, dass wir mit mehreren Listen parallel sammelten, da war die Wartezeit für die Unterschreibenden nicht so lang.
Die Lesung zum Holocaust-Gedenktag, die wir am 24. Januar auf der Straße vor der Vogtei in Gummersbach gemacht hatten, hallt noch nach. Einer der Texte von Ilse Weber war „Seid gut zueinander“. Hier einige Gedanken zu diesem Gedicht
In jedem Jahr ein Infostand zum Holocaust-Gedenktag – ist das nicht ein bloßes Ritual? Nein, denn wir legen immer wieder einen anderen Schwerpunkt. In diesem Jahr ging es um Lyrik, um Gedichte und Lieder von Ilse Weber, die 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert und im Herbst 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Es ist uns wichtig, das Gedenken auch auf die Straße zu tragen, damit auch diejenigen, die keine Saalveranstaltungen besuchen, vom Gedenktag erfahren.
Dem Anlass angemessen hatten wir unseren Stand mit weißen Rosen dekoriert, es gab recht viel Interesse.
Wie in jedem Jahr sind wir auch 2026 zum Holocaust-Gedenktag in Gummersbach mit einem Infostand in der Gummersbacher Innenstadt. So möchten wir auch die Menschen erreichen, die keine Gedenkveranstaltungen besuchen. In diesem Jahr sind wir am Samstag, den 24. Januar 2026, von 11 bis 14 Uhr vor der Alten Vogtei (Kaiserstr. 19). In der Zeit von 12 bis 13 Uhr findet eine öffentliche Lesung von Gedichten von Ilse Weber statt.
Eine Woche zuvor hatte die ungeheuerliche Abstimmung im Bundestag stattgefunden, bei der die CDU/CSU eine populistische und menschenrechtsfeindliche Entschließung gemeinsam mit der AfD durchsetzen wollte. Und es gab dieses unsägliche Video-Telefonat von Alice Weidel und Elon Musk, in dem der reichste Mann der Welt den deutschen Rechtsextremen seine Unterstützung zusagte. Beides hat die Menschen auch im Oberbergischen empört – statt der erwarteten zweihundert waren es zweitausend Demokratinnen und Demokraten, die am 8. Februar ein deutliches Zeichen setzten.
Am Tag der Menschenrechte gedenkt Wipperfürth der Opfer der Krankenmorde in der Zeit des Nazi-Faschismus. Schon vor einem Jahr wurde in Kreuzberg eine Stolperschwelle für 44 Opfer vor dem ehemaligen Liebfrauen-Kloster verlegt, jetzt wurde vor dem Rathaus ein Stolperstein für Klara Raffelsieper verlegt, die auch im Rahmen der Aktion „T4“ ermordet wurde.