NS-Zwangsarbeit im Oberbergischen – Fahrradtour zu Gedenkorten der Zwangsarbeit von Marienheide nach Engelskirchen

Die von der VHS Oberberg organisierte Tour war lange im Voraus für den 4. Oktober 2025 geplant. Als es dann soweit war, gab es einen Wetterumschwung mit einem Tief, das ausreichend Regen und munteren Wind präsentierte. Am Bahnhof Marienheide haben wir unsicher gewartet, ob überhaupt jemand kommt. Acht Personen hatten sich angemeldet.

Aber dann kamen nicht nur alle von der Liste, sondern noch weitere, die sich am Tag vorher kurzfristig entschlossen hatten. Wir waren beim Start sechs Fahrräder und weitere sechs Personen, die mit PKW zu den Treffpunkten fuhren.

Erste Etappe: Friedhof Marienheide

Noch nicht alle sind eingetroffen.

Viele der dort bestatteten NS-Opfer sind nach dem Ende der NS-Herrschaft von den US-Truppen in die Klinik Marienheide eingeliefert worden, konnten aber nicht mehr gerettet werden. Einige der Personen wurden beispielhaft vorgestellt.

Die vollständige Liste der in Marienheide Bestatteten (mit weiteren Informationen) steht hier: https://www.oberberg-ist-bunt.org/wordpress/gedenkort-friedhof-marienheide/

Die nächste Station war der Friedhof in Gimborn.

Merkwürdig: Hinter dem Friedhof steht ein „Schlageter-Kreuz“, das in der NS-Zeit errichtet und mehrfach erneuert wurde.
Wegen eines Regenschauers musste die Erläuterung zu den Gräbern in die Kirche verlegt werden.

Link zur Seite über den Friedhof Gimborn: https://www.oberberg-ist-bunt.org/wordpress/gedenkort-friedhof-gimborn/

Von Gimborn ging es durch das Leppetal zu den Standorten der ehemaligen Lager Eibacher Hammer und Unterwürden (ausführliche Informationen mit Plänen der Lager unter den Links).

Dem Wetter geschuldet wurden die Informationen zu den Lagern im Café in Neuremscheid vorgetragen.

Am Weg nach Engelskirchen liegt das Gelände der ehemaligen Firma Zapp, wo eine Zwangsarbeiter-Baracke (wahrscheinlich nachträglich ausgemauert) als Lagerraum diente. Dort waren vor eingen Jahren Dokumente gefunden worden.

Auf dem Friedhof in Engelskirchen konnte die Gruppe feststellen, dass Angehörige eines der dort bestatteten NS-Opfer ein Edelstahl-Kreuz aufgestellt haben.

Recht unscheinbar, aber sehr wichtig ist die Gedenkstätte für die sowjetischen Kriegsgefangenen, die 1941/42 dem Verbrechen von Hommerich zum Opfer gefallen waren.

Der Text auf dem Gedenkstein lautet in deutscher Übersetzung: Hier liegen die Gebeine von dreiundfünzig im Krieg in den Jahren 1941 – 1945 verstorbenen russischen Bürgern

Bei den dort bestatteten Toten handelt es sich zum größten Teil um Kriegsgefangene, die im Lager Hommerich zu Tode kamen. Dort übte von Mitte Dezember 1941 bis Ende Februar 1942 ein besonders brutaler Lagerkommandant eine grausame Herrschaft aus, der in zweieinhalb Monaten über vierzig Kriegsgefangene zum Opfer fielen.

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