Kategorie: Allgemein

Ratsmehrheit bleibt bei Hindenburg

Stellungnahme zur Hauptausschusssitzung am 19.04.2023, 18:00 Uhr im Ratssaal

Zu Tagesordnungspunkt 2 (öffentlich)

Einwohneranregung zur Umbenennung der Hindenburgstraße in „Unter den Linden“

Bei der Einwohneranregung zur Umbenennung der Hindenburgstraße in Gummersbach geht es nur um diese Straße, nicht um andere Straßen, die nach Namen von fragwürdigen Personen benannt sind. Der Einreicher der Einwohneranregung, Gerhard Jenders, der die Anregung in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins „Unser Oberberg ist bunt – nicht braun!“ in den Hauptausschuss der Stadt Gummersbach eingebracht hat, erhielt die Gelegenheit die Absicht der Hauptgeschäftsstraße in Gummersbach ihren alten Namen „Unter den Linden“ zurückzugeben zu erläutern.

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Boykott gegen jüdische Geschäfte und Praxen

Stadtrundgang in Gummersbach zur Erinnerung und Mahnung

Ein sehr schöner Bericht über den Stadtrundgang ist bei Oberberg Aktuell erschienen.

Wir hatten 30 Anmeldungen für unseren Stadtrundgang mit Gerhard Pomykaj – dann gab es am 1.4.2023 Dauerregen. Klappt das trotzdem? Sollten wir absagen? Wir haben nicht abgesagt und es kamen statt der 30 über 40 Menschen, um zu erfahren, was damals in Gummersbach geschah und um zu zeigen, dass wir die Verbrechen der Nazis nicht vergessen dürfen, damit so etwas nie wieder geschehen kann.

Treffpunkt war der Wilhelm-Heidbreder-Platz. Wegen des Wetters verlegten den Auftakt kurzerhand in den Eingangsbereich ders Ladenzentrums „Alte Post“.

Zunächst gab es allgemeine Einführungen zur Rolle des Antisemtismus:

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Reichstagswahlen vom 5.März 1933

Ein interessanter Einblick in die damalige Stimmung im Oberbergischen.

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler löste Hindenburg den Reichstag auf, für den 5. März 1933 wurden Neuwahlen angesetzt. Die Chancen der Parteien im Wahlkampf waren ungleich verteilt: Durch die Notverordnungen vom 2. Februar und insbesondere vom 28, Februar wurden die linken Parteien stark eingeschränkt, ihre Zeitungen waren verboten. Trotzdem brachten die Neuwahlen nicht das von den Nazis erhoffte Ergebnis: Trotz des Terrors gegen Kommunisten und Sozialdemokraten erhielten die linken Parteien beachtliche Anteile (SPD 18,3%, KPD 12,3%), die NSDAP verfehlte mit 43,9% die absolute Mehrheit.

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Vor 90 Jahren brannte der Reichstag

Ein weiterer Schritt der Nazis in Richtung offene Diktatur

Die Nazis waren gerade vier Wochen an der Macht, als am Abend des 27. Februar 1933 das Reichstags-Gebäude in Flammen stand.

Der Zeitpunkt passte: Der Wahlkampf für die Neuwahl des Reichstags am 5. März war in vollem Gange, trotzdem waren alle NS-Größen gerade in Berlin, Hindenburg saß an dem Abend mit Papen im „Herrenclub in der Voßstraße“1 und sah von dort die Flammen.

Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-R99859
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Erinnern an die Morde von Hanau

Der rassistische Terroranschlag von Hanau fand zum dritten Jahrestag eine deutliche Beachtung in den Medien. Der WDR berichtete über das damalige Geschehen und auch über das Gedenken:

https://www1.wdr.de/nachrichten/drei-jahre-nach-attentat-in-hanau-gedenkveranstaltungen-in-nrw-100.html

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/nrw-studios/audio–jahrestag-hanau—stimmen-aus-berlin–aus-berlin-philipp-eckstein-100.html

Auch auf unsere Mahnwache wurde hingewiesen: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/nrw-studios/audio-veranstaltungen-zum-gedenken-an-die-opfer-von-hanau-100.html

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Mahnwache am 18. Februar

In den Abendstunden des 19. Februar 2020 ermordete ein aufgehetzter Rassist in Hanau Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Vili Viorel Păun, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov und Fatih Saraçoğlu. Er erschoss diese Menschen, weil sie ein wenig anders aussahen als er selbst, weil ihre Namen anders klangen als seiner, weil sie oder ihre Vorfahren aus einem anderen Land stammten als er selbst.

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UNTER DEN LINDEN statt HINDENBURG!

Vor 90 Jahren hat der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg die Nazis an die Macht gebracht: Am 30 Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler.

Wir möchten dieses Datum zum Anlass nehmen, an den Rat der Stadt Gummersbach zu apellieren, der „Hindenburgstraße“ in Gummersbach ihren alten Namen „Unter den Linden“ zurück zu geben.

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30. Januar 1933: Der Weg in die faschistische Diktatur

Zur Vorgeschichte

In der Zeit der Weimarer Republik haben reaktionär-nationalistische Kräfte immer wieder die Demokratie angegriffen (Kapp-Putsch 1920, Ermordung Erzbergers 1921, Ermordung Rathenaus 1922, Hitler-Putsch 1923). Ab 1930 war die NSDAP bei den Wahlen immer stärker geworden, im Sommer 1932 erreichte sie 37,3%. Bei Neuwahlen im November 1932 gab es aber eine Trend­wende: Die NSDAP erhielt nur noch 33,1%. Aus ihrer Sicht war es also höchste Zeit, an die Macht zu kommen – wenn das auf legalem Wege geschehen sollte.

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Oberbergische Opfer des Holocaust: Frieda Jung

Anlässlich des Holcaust-Gedenktags erinnern wir beispielhaft an das Schicksal eines oberbergischen Opfers. In diesem Jahr geht es um Frieda Jung. Sie wurde erst in den letzten Wochen des NS-Terrorregimes deportiert und ermordet.

Unser Bericht basiert auf der Dokumentation des Stadtarchivs Gummersbach: „Judenverfolgung in Gummersbach während der Zeit des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation des Stadtarchivs Gummersbach“ dritte ergänzte Auflage von Manfred Huppertz, Gummersbach 2020 “http://www.gummersbach.de/doku-judenverfolgung”

Frieda Jung war am 14. April 1888 in Ostrowo (damals Deutschland, Bezirk Posen, ab 1918 Polen) geboren. Sie war Jüdin. Über ihre Jugend und ihr Leben als junge Frau ist wenig bekannt, ins Oberbergische kam sie 1934 im Alter von 46 Jahren mit ihrem Mann Andreas Jung. Er war gelernter „Steuer-Inspektor“ und hatte eine Anstellung beim Stahlwerk Schmidt & Clemens in Kaiserau gefunden. Das Paar zog nach Niedergelpe bei Hülsenbusch.

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Mutter und Tochter retteten in Eckenhagen einen Zwangsarbeiter

Manchmal sind es verschlungene Wege, auf denen eine Geschichte bekannt wird. Kurz vor Weihnachten erreichte uns ein Anruf aus der nördlichsten Ecke von Schleswig-Holstein. Dort hatte ein Mitarbeiter einer KZ-Gedenkstätte von Besuchenden aus den Niederlanden von der Rettung eines Zwangsarbeiters gehört, der von Bochum ins Oberbergische geflohen war und in Eckenhagen von zwei Frauen gerettet wurde. Die Eckdaten haben wir an die Redaktion der Oberbergischen Volkszeitung und des Oberbergischen Anzeigers gegeben – und am Freitag, den 20. Januar, erschien dann der Artikel:

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Rückblick und Ausblick zum Übergang 2022/2023

Es hat sich gezeigt, dass heutzutage die größte terroristische Gefahr in westlichen Nationen von extremen Rechten ausgeht, von Neonazis und jenen, die an die Überlegenheit von Weißen glauben. Wir müssen jegliche Form von Neonazismus und „White Supremay“, alle Formen von Antisemitismus und antimuslimischem Hass, deren Anwachsen wir in den westlichen Gesellschaften und in anderen Teilen der Welt beobachten, klar und entschieden verurteilen. Das ist eindeutig eine Bedrohung, und wir müssen diese Bedrohung mit großer Entschlossenheit bekämpfen. Die Ereignisse in Deutschland sind nur ein Beispiel für diese Bedrohung demokratischer Gesellschaften überall auf der Welt.“


UN-Generalsekretär Guterres am 19.12.2022 zu den am 8. Dezember aufgedeckten Plänen rechtsterroristischer Verschwörer*innen in Deutschland

Im Jahr 2022 war durch den verbrecherischen Angriff der Truppen der russischen Föderation auf die Ukraine der Krieg nach Europa zurück gekommen. Der Krieg hat Tod, Leid und Not über die Menschen in der Ukraine gebracht. Er richtet Verwüstung an – nicht nur Zerstörung in den Städten, sondern auch in den Köpfen, indem er Hass und Nationalismus befördert. Es ist ein gutes Zeichen, wenn in unserem Land Menschen aufgenommen werden, die vor dem Krieg fliehen, doch es ist Rassismus, wenn Menschen, die vor anderen Kriegen fliehen, nicht die gleiche Hilfe zuteil wird. Wir bleiben dabei: Es gilt das Grundgesetz, das in Artikel 3 keine Benachteiligung erlaubt, auch nicht auf Grund der Herkunft!

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