Kategorie: Allgemein

Mölln 1992

Header der website „Gedenken Mölln 1992“

Vor 30 Jahren, am 23. November 1992, verübten Neonazis in Mölln rassistisch motivierte Brandanschläge gegen zwei Häuser, in den türkischstämmige Mitbürger*innen wohnten. Dabei starben die 51-jährige Bahide Arslan, ihre zehnjährige Enkelin Yeliz und deren 14-jährige Cousine Ayşe Yılmaz. Weitere neun Menschen wurden schwer verletzt.

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Konflikte weltweit – Mahnwache in Waldbröl

Danke an den Waldbröler Freundeskreis Asyl, der am Samstag (12. November 2022) mit einer Mahnwache an die in den Hintergrund geratenen Konflikte und an den Widerstand gegen Krieg und Diktatur in vielen Ländern der Erde erinnert hat. Betroffene, die in Waldbröl Schutz gefunden haben, berichteten von der Lage in ihren Heimatländern. Zum Teil trugen sie ihre Berichte selbst vor, zum Teil übernahmen das Stellvertreterinnen. Eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung! Die Texte werden auf der Seite des Freundeskreis Asyl zu lesen sein (www.asyl-waldbroel.de)

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9. November – Gedenken zur Pogromnacht

In Nümbrecht fand wie jedes jahr eine eindrückliches Gedenken an die Pogromnacht statt.

(Bilder anklicken für eine vergrößerte Ansicht)

Superindendent Braun von ev. Kirchenkreis an der Agger eriinerte an das Stuttgarter Schuldbekenntnis der EKD von 1945, in dem es hieß: „… wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben….“ Er bezeichnete den Antisemitismus Luthers als Sünde und beklagte, dass Luther über die Juden geredet hatte, ohne mit ihnen zu reden.

Schüler*innen des Waldbröler Hollenberg-Gymnasiums erinnerten in ihrem Beitrag u.a. an Ida Steletto und ihren Sohn Dominikus Stiletto, die zeitweise im Oberbergischen wohnten und wegen der jüdischen Abstammung deportiert wurden. Ida Stiletto wurde nach Theresienstadt deportiert und überlebte schwer verletzt, Dominikus Stiletto wurde im Sammellager Köln-Müngersdorf für arbeitsfähig erklärt und musste in Zwangsarbeit leisten.

Wie in jedem Jahr las Marion Reinecke den Kaddisch, den sie in diesem Jahr Meta Herz widmete.

Das Klezmer-Duo Bern Spehl und Georg Brinkmann spielte nach der Gedenkveranstaltung in der Kirche nebenan, Frank Bohlscheid und Norbert Michels lasen aus erschütternden Zeitzeugen-Berichten Holocaust-Überlebender.

Hier ist der Bericht bei Oberberg-Aktuell

Waldbröler Hass-Poster verurteilt

Lothar Gothe ist seit Jahrzehnten gegen alte und neue Nazis aktiv. Als im vergangenen Winter auch in Gummersbach Menschen montags gegen die Corona-Schutzmaßnahmen „spazierten“ und dabei kein Problem damit hatten, dass Rechtsradikale mit ihnen marschierten, schrieb Lothar Gothe einen Leserbrief an die lokalen Zeitungen. In der Folge wurde er im Internet massiv diffamiert und bedroht.

Dagegen hat sich Lothar Gothe zur Wehr gesetzt und geklagt. Jetzt ist der Haupttäter, der auch in Waldbröl solche „Spaziergänge“ organisierte, vom Amtsgericht Waldbröl verurteilt worden. Im Folgenden Auszüge aus dem Urteil:

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Radevormwald: Schilder gegen Rassismus wieder angegriffen

Die Stadt Radevormwald hatte Anfang September an den Ortseingängen Schilder mit der Ausschrift „Wir sind bunt! Kein Platz für Rassismus in Radevormwald“ aufgestellt. Schon einen Tag später waren sie mit massiver Gewalt zerstört worden. (Siehe hier)

Natürlich hat Radevormwald sich nicht unterkriegen lassen und neue Schilder aufgestellt. Einige Wochen lang war Ruhe, doch jetzt wurden die Schilder schon wieder angegriffen. Der WDR hat dazu berichtet.

Radevormwald braucht die Solidarität des Oberbergischen Kreises beim Einsatz gegen Rassismus und für eine bunte, vielfältige Gesellschaft!

Völkische Landnahme, Anastasia-Bewegung, Reichsbürger*innen – eine Gefahr im Oberbergischen?

Vortrag mit Andrea Röpke am 27.Oktober 2022

Reichsbürgerinnen und Reichsbürger versuchen im Oberbergischen schon länger, die Staatlichkeit unseres Landes in Frage zu stellen und nach eigenen Gesetzen zu leben. In diesem Sommer wurde bekannt, dass auch „Siedler“ versuchen, nach den Prinzipien der antisemitischen und rassistischen „Anastasia“-Bewegung Höfe zu gründen.
Was steckt dahinter? Auf diese Frage soll ein Vortrag am 27. Oktober 2022, 18.30 Uhr in der TH Gummersbach (Steinmüllerallee 1), Konferenzraum 1.122, Antwort geben.
Es ist uns gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Rechts gelungen, die Journalistin und Buchautorin Andrea Röpke für diesen Vortrag zu gewinnen. Frau Röpke ist eine ausgewiesene Kennerin der extrem rechten Szene, sie hat unter anderem (zusammen mit Andreas Speit) das Buch „Völkische Landnahme – Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos“ geschrieben. Sie wird über die Hintergründe und Ziele der Szene informieren, in einer anschließenden Gesprächsrunde wollen wir die Situation bei uns im Oberbergischen betrachten.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Anne-Frank-Ausstellung in der TH Gummersbach

Vom 24. Oktober bis zum 17. November 2022 wird in der Eingangshalle des Campus Gummersbach der TH Köln die große Wanderausstellung des Anne Frank Zentrums in Berlin zu sehen sein. Der Besuch ist von Montag bis Samstag an den Öffnungszeiten der Hochschule möglich.

Mehr über die Ausstellung

Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm, das hier zusammengestellt ist.

„Lebensmelodien“ in Wiehl

Ein lohnendes Konzert am 19. Oktober

Dem Freundeskreis Wiehl/Jokneam ist es gelungen, eine wunderbare Veranstaltung nach Wiehl zu holen:

Das Projekt „Lebensmelodien“ führt jüdische Melodien auf, die in der Zeit von 1933 bis 1945 komponiert und gesungen, manchmal auch aufgeschrieben wurden. Die Lebensmelodien sind musikalische Werke, die größtenteils in Vergessenheit geraten sind und jetzt, mehr als 77 Jahre später, wieder erklingen sollen. Seit 2022 führt das Team der Lebensmelodien neben Konzerten auch Workshops an Schulen durch. Durch die Konzerte und das Bildungsprojekt vermitteln die Lebensmelodien einen Einblick in die jüdische Kultur und tragen zu einer aktiven Erinnerungskultur in Deutschland und zum Kampf gegen Antisemitismus bei.Dem Freundeskreis Wiehl/Jokneam ist es gelungen, ein Konzert des Projekts „Lebensmelodien“, nach Wiehl zu holen. Die Vorsitzende des Freundeskreis Wiehl/Jokneam, Judith Dürr-Steinhart: „Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, fördert die Konzertreihe „Lebensmelodien“. Wir freuen uns, dass Dr. Klein speziell für das Wiehler Konzert die Schirmherrschaft übernommen hat.“ Dieses besondere Konzert findet statt am Mittwoch, 19. Oktober, 19:00 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr),
in der Wiehltalhalle (Aula des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums), Hauptstraße 81, 51674 Wiehl Der Eintritt ist frei. www.lebensmelodien.com

Nazi-Vandalismus in Radevormwald

Vor etwa 10 Jahren machte die Nazi-Kameradschaft „Freundeskreis Rade“ mit brutalen Angriffen auch überregional Schlagzeilen, eines ihrer Mitglieder wurde wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach einer Razzia, bei der auch Waffen gefunden wurden, wurde der „Freundeskreis“ verboten. Längere Zeit hat man nicht mehr viel von der rechten Szene aus Radevormwald gehört. Allerdings ist im Stadtrat kontinuierlich eine rechtsextreme Fraktion vertreten: Zuerst war Udo Schäfer mit seinen Gefolgsleuten für „Pro NRW“ im Rat, dann war die Fraktion Teil von „Pro Deutschland„, jetzt ist er als AfD-Vertreter im Stadtrat von Radevormwald und im Kreistag.

In diesem Sommer tauchten in der Umgebung des „Wuppermarkt“ (ein Ladenzentrum in den nördlichen Außenorten an der Wupper) Schmierereien auf: zwei Hakenkreuze und „88“ wurden dort gesprüht.

Fast zur gleichen Zeit wurde ein Beschluss umgesetzt: An den Ortseingängen der Stadt wurden Schilder aufgestellt: „Wir sind bunt! Kein Platz für Rassismus in Radevormwald“ lautete die deutliche Botschaft.

Doch einen Tag später waren diese Schilder mit massiver Gewalt umgerissen und zerstört! Es ist deutlich, dass es sich dabei um einen gezielten und koordinierten Angriff auf die Zivilgesellschaft handelt. Der Rat der Stadt hat in einem gemeinsam (natürlich mit Ausnahme der AfD) unterzeichneten Offenen Brief deutlich Stellung bezogen: Radevormwald wird sich nicht einschüchtern lassen!

Es wäre ein starkes Zeichen der Solidarität, wenn die anderen Kommunen im Kreis die Idee der Stadt Radevormwald aufgreifen und ähnlich deutliche Zeichen gegen Rassismus an ihren Zugangsstraßen setzen würden – gerade jetzt!

Gedenkfahrt zur NS-Zwangsarbeit

Hier der Bericht bei Oberberg-Aktuell

Im Rahmen einer Fahrradtour haben wir mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern einige Gedenkorte zur NS-Zwangsarbeit besucht. Unsere Fahrt am 4. September 2022 begann am Friedhof Klosterstraße in Marienheide. Dort sind 29 Männer und Frauen begraben, die während ihrer Zeit als Zwangsarbeitskräfte oder nach ihrer Befreiung aus den Lagern an den Folgen der Zwangsarbeit gestorben sind. In damals bestehenden Marienheider Krankenhaus wurden nach dem Ende der NS-Herrschaft viele Menschen behandelt, die in Folge der Auszehrung durch die schweren Arbeitsbedingungen an Tuberkulose litten. Diejenigen, die nicht mehr gerettet werden konnten, sind auf dem Friedhof bestattet worden.

Neben den Informationen über die Schicksale, die zu den Namen auf den Grabtafeln gehören, gab es auch einen regen Austausch über die Rekrutierung der Zwangsarbeitskräfte, über ihre Unterbringung und über die beteiligten Firmen.

Die nächste Station der Tour war der Friedhof Gimborn. Dort gab es Informationen zu den unterschiedlichen Gruppen von Menschen, die in den Lagern lebten und starben. In Gimborn sind vier kleine Mädchen bestattet, die in den Lagern geboren waren und dort – meist an mangelhafter Ernährung – gestorben sind. Neben ihnen liegen drei junge Kriegsgefangene, die irgendwo in der Nähe von Madonna oder Blumenau erschossen worden sind.

Um die Lager ging es beim Halt im Leppetal: Dort gab es mehrere Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Vom Lager „Eibacher Hammer“ existieren noch Pläne, die schon im Juni 1940 erstellt wurden. Anhand dieser Pläne wurde vor Ort erläutert, wie das Lager ausgesehen haben muss und wo es stand. Auf einer Fläche von der Größe eines Fußballfelds standen Baracken für 600 Menschen, in einer „Stube“ von der Größe 6m x 8m „wohnten“ 18 Menschen – nicht viel mehr als 2,5 m² pro Person. Die Baracken hatten dünne Wände, sie boten bei Kälte nicht viel Schutz.

Letzte Station war der Friedhof Engelskirchen. Dort sind wegen der Bombenangriffe auf den damaligen Eisenbahnknotenpunkt viele Opfer in einem Massengrab beigesetzt, darunter auch Zwangsarbeiter*innen. Ein Italiener, der im Rahmen von „Transporten“ von Köln ins Oberbergische unterwegs war, hat eine eigene Grabstätte.

Eine Besonderheit in Engelskirchen ist der kyrillisch beschriftete Gedenkstein für „dreiundfünfzig verstorbene russische Bürger“. (Die Bezeichnung „russisch“ wurde oft pauschal für Menschen aus der damaligen Sowjetunion verwendet, unabhängig davon, ob sie aus Belarus, der Ukraine, Russland, Kasachsten usw. kamen.) Der größte Teil von ihnen sind Kriegsgefangene, die Ende 1941 / Anfang 1942 in Hommerich der rücksichtslos brutalen Behandlung des Kommandanten des dortigen Lagers zum Opfer gefallen sind. Über dieses Verbrechen, für das sich der Lagerkommandant 1951 vor Gericht verantworten musste, wurden die Teilnehmenden der Gedenkfahrt zum Abschluss informiert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben während der Tour, die nur einen kleinen Teil des Komplexes „NS-Zwangsarbeit“ beleuchten konnten, viel Neues erfahren. Es ist wichtig, die Kenntnisse weiter zu verbreiten und auch auf den Friedhöfen – wie es schon in Ründeroth und in Wipperfürth-Kreuzberg geschehen ist – mit Informationstafeln zu erläutern, was die Gedenksteine zu bedeuten haben.

30 Jahre nach den Pogromen von Rostock:

Gemeinsam und entschieden gegen Rechts – immer und überall!

Vor 30 Jahren, vom 22. bis zum 24. August 1992, randalierte ein rechtsextremer Mob in Rostock-Lichtenhagen. Junge Nationalisten und Rassisten griffen das „Sonnenblumen-Haus“ an, in dem sich die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“ und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter*innen befand – und Tausende standen dabei und klatschten Beifall. Die Polizei zog sich zeitweise zurück und überließ den Angreifern das Feld. Am 24. August wurde zunächst die Aufnahmestelle evakuiert. Am Abend schlugen die Nazis die Fenster des Wohnheims ein und warfen Brandsätze in das Haus, die vietnamesischen Bewohner*innen retteten sich über das Dach des Hauses und wurden schließlich, als Polizei und Feuerwehr endlich vor Ort waren, mit Bussen evakuiert.

Screenshot aus „The Truth lies in Rostock“

Die Ereignisse sind sehr gut dokumentiert im Film „The Truth lies in Rostock“ und im wikipedia-Artikel „Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen“

Die Reaktionen der Politiker waren beschämend: „Der Staat muss jetzt handeln“, kündigte der damalige Bundesinnenminister Seiters an, „Wir müssen handeln gegen den Missbrauch des Asylrechts, der dazu geführt hat, dass wir einen unkontrollierten Zustrom in unser Land bekommen haben…“ Nicht gegen die Täter sollte vorgegangen werden, sondern den Opfern wurde die Schuld gegeben.

Das Verhalten der Regierenden führte nicht zu einer Deeskalation, denn es gab den Tätern Recht und bestärkte sie in ihrem Handeln. In den folgenden Wochen wurden 40 weitere Wohnheime von Nazis angegriffen. Als dann am 17. November 1992 auch die SPD den Beschluss fasste, die Einschränkung des Grundrechts auf Asyl mitzutragen, zündeten sechs Tage später Neonazis ein Haus in Mölln an, drei türkischstämmige Frauen kamen in den Flammen um.

Und als Ende Mai 1993 die entsprechende Grundgesetzänderung tatsächlich im Bundestag beschlossen wurde, brannte drei Tag später das Haus der Familie Genç in Solingen – fünf Menschen starben.

Die schrecklichen Ereignisse von 1992/93 haben gezeigt: Man kann Nazis nicht bekämpfen, indem man ihnen nachgibt und ihre Forderungen erfüllt. Das haben die Menschen auch damals erkannt: Hunderttausende gingen Ende 1992 auf die Straßen gegen den Hass, sie forderten ein Zusammenstehen gegen Rassismus. Nach den Morden von Solingen gab es wieder Demonstrationen, auch in Gummersbach. Und dieser Geist der Solidarität, des gemeinsamen Einstehens für die Menschenwürde und gegen den Hass ist das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Nicht immer müssen das große Demonstrationen sein, wichtig ist das alltägliche solidarische Miteinander.

Aber wir müssen wachsam bleiben: Auch wenn zur Zeit keine Brandsätze geworfen werden – die Brandstifter sind nicht verschwunden. Sie sitzen sogar in unseren Parlamenten. Eine demokratische, offene, gleich­berechtigte Gesellschaft gibt es nicht geschenkt. Wir müssen täglich dafür eintreten. Rechten Populisten, Rassisten und Nationalisten dürfen wir keinen Raum bieten. Gemeinsam und entschieden gegen Rechts – immer und überall!

Ob bei Sonnenschein vor der Halle 32 gegen die AfD …
…oder bei Regen mit einer Menschenkette gegen Rassismus: Gemeinsam gegen Rechts!

Spannende Begegnungen bei der 3. Oberbergischen Frag-mich-Messe

Als der Verein „Unser Oberberg ist bunt – nicht braun“ Ende letzten Jahres die Planung der 3. Oberbergischen Frag-mich-Messe in Angriff genommen hat, sollte sie im Nordkreis stattfinden. Wir sprachen die Bürgergruppierung Wir sind mehr im Bergischen aus Hückeswagen an, ob sie sich eine Kooperation mit uns vorstellen könnten. Nachdem klar war, worum es geht, gab es sofort Zustimmung, und die Vorbereitungsgruppe, der auch Mitglieder vom Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis, von der Fraueninitiative Viola und vom Caritasverband Oberberg angehören, konnte bereits Anfang dieses Jahres mit der konkreten Planung beginnen.
Mit einfühlsamen Liedern stimmte die Sängerin Mehrra Solh, gemeinsam mit ihrem Mann Daniel Zielke, in den Nachmittag ein.


Diese besondere Veranstaltung fand im Kultur-Haus Zach, Hückeswagen – unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dietmar Persian – mit 40 Teilnehmenden statt. Sie war die dritte in der Reihe nach der ersten 2019 in Waldbröl und der zweiten im letzten Jahr in Bergneustadt.
Wie in anderen Kommunen leben auch in Hückeswagen Menschen aus verschiedenen Kulturen seit vielen Jahren harmonisch zusammen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, gegenseitige Ängste und Vorurteile zu überwinden. Dies gelingt am besten, wenn wir die Haltung und den Hintergrund unseres Gegenübers verstehen. Und gerade in Krisenzeiten – in denen wir uns derzeit befinden – in denen rechte Parteien und Gruppen versuchen, durch Hass und Rassismus die Gesellschaft zu spalten, ist es besonders wichtig, den Zusammenhalt zu stärken. Dies ist wieder einmal mit der Oberbergischen Frag-mich-Messe gelungen.
Alle Beteiligten waren hoch zufrieden mit dem Verlauf der anspruchsvollen Veranstaltung, die sich den Themen Kultur, Tod und Trauer, lebenslanges Lernen und Solidarität widmete. Orientierung bei der Umsetzung gab die Dialog-Methode von David Bohm.

Die Teilnehmenden gingen mit großem Respekt, würdevoll und auf Augenhöhe miteinander um. Die angebotenen vier Themen waren so ausgewählt, dass jede und jeder etwas dazu sagen konnte, ganz gleich, mit welchem Hintergrund die Menschen dabei waren, denn es ging in erster Linie darum, Begegnung zu schaffen und zu vertiefen.
Um die Kontaktaufnahme zu erleichtern wurden sogenannte Dialogtische eingerichtet, an denen es jeweils um eines der Themen ging. An jedem Tisch saß eine „Frag-mich-Person“, die sich gern dazu befragen ließ. Anregungen zu Fragestellungen gaben Impulsfragen, die – ebenso wie die Hinweise zur Methode (Wie funktioniert das hier?) – auf den jeweiligen Tischen auslagen.


So haben auch Menschen, die für bestimmte Themen eine Expertise haben, festgestellt, dass sie durch die Sichtweise anderer Personen neue Erkenntnisse für sich selbst gewinnen konnten.
Ein junger syrischer Teilnehmer zog das Fazit: „Von Menschen, die viele soziale Kontakte und große Erfahrung haben, kann man am besten lernen.“
Ein weiterer Teilnehmer brachte einen Gedanken aus dem Tanztraining ein: „Harmonie geht vor Figur.“
Eine Erkenntnis aus einem weiteren Gespräch: „Wir wissen viel zu wenig darüber, wie wir muslimische Menschen im Trauerfall begleiten und ihnen somit helfen können.“
Die Gespräche an den Dialogtischen waren intensiv und ausdauernd und an jedem Tisch jedes Mal – je nach Zusammensetzung der Teilnehmenden – unterschiedlich.


Die veranstaltenden Organisationen wünschen sich eine Fortsetzung der Reihe im nächsten Jahr. Eine Kommune, die Interesse daran hat, eine Frag-mich-Messe vor Ort durchzuführen, kann sich gern unter info@oberberg-ist-bunt.org melden oder bei den anderen beteiligten Organisationen.

Hier der Bericht aus der Bergischen Morgenpost