Bei der konstituierenden Sitzung des Wipperfürther Stadtrates am 4. November 2025 hatte die Bürgermeisterin in ihrer ansonsten sehr guten Rede die neu im Rat vertretene AfD-Fraktion völlig unnötigerweise gesondert willkommen geheißen.
Dagegen legte Stadtrat Stefan Klett (CDU) in einer persönlichen Erklärung am Ende der Sitzung mit deutlichen Worten Widerspruch ein. Vielen Dank für die klare Haltung!

Die komplette Sitzung ist hier (auf youtube) zu sehen. Die Rede der Bürgermeisterin beginnt ab etwa 16:40, die persönliche Erklärung von Herrn Klett ab 2:11:30
Hier die persönliche Erklärung zum Nachlesen (aus dem Transkript zum Video):
„Vielen Dank, Frau Bürgermeisterin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen des Rates. Ich wollte eigentlich direkt nach der Begrüßung durch die Bürgermeisterin sprechen, aber aufgrund der Tagesordnung ist das erst unter Verschiedenes möglich.
Ich stehe noch unter dem Eindruck einer Delegationsreise, von der ich heute Nacht wiedergekommen bin, auf Einladung des Landtagspräsidenten, in Israel. Anwesend waren dort unter anderem auch in der Delegation die Präsidentin des Landesverfassungsgerichtshofes, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, die Präses der evangelischen Kirche Westfalen und die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen. Wir haben unter anderem die Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Wir haben das Nova Festivalgelände besucht, auf dem am 7. Oktober 23 über 300 Jugendliche durch den Angriff der Hamas ums Leben gekommen sind. Wir haben politische Gespräche geführt und hier auch die besondere Rolle Deutschlands in seiner Verantwortung in der Geschichte.
Frau Bürgermeisterin, Sie haben in Ihrer Begrüßung ausdrücklich – und das habe ich so in 31 Jahren auch noch nicht erlebt – eine bestimmte Partei begrüßt. Eine Partei, die unser Ministerpräsident, wie ich finde, zurecht eine Nazipartei nennt. Eine Partei, die von den Wählerinnen und Wählern in Wipperfürth mit fast 90% nicht gewählt worden ist. Und ich möchte mich mit dieser ausdrücklichen Erklärung – bitte das ins Protokoll aufzunehmen, ich kann es nur persönlich hier ausdrücken – ich möchte mich mit dieser ausdrücklichen Begrüßung nicht einverstanden erklären. Denn wer diese Partei beobachtet, weiß, dass sie in allen gesellschaftlichen Gruppen, Gruppierungen, Bereichen versucht, Einfluss zu nehmen und was da geplant ist, kann man im Parteiprogramm lesen. Ihr Ansatz möge er auch gut gemeint gewesen sein, dass das möglicherweise auf kommunaler Ebene alles nicht so relevant ist, halte ich für gefährlich. Für mich ist eine Partei, die in Teilen verfassungsrechtlich relevant ist, in Teilen verfassungsrechtlich relevant und das wird geprüft und da ist für mich völlig egal, ob es kommunale, Landes- oder Bundesebene ist. Ich werde jedenfalls persönlich alles dafür tun. dass die hier anwesenden demokratischen Parteien des Rates nicht zulassen, dass völkische Parolen so wie sie im Programm zu finden sind Einzug halten und distanziere mich ausdrücklich von der ausdrücklichen Begrüßung und bitte das auch so zu Protokoll zu geben. Vielen Dank.“
Der entsprechende Auszug aus der Rede der Bürgermeisterin (mit der Antwort von Herrn Klett):
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