Am Tag der Menschenrechte gedenkt Wipperfürth der Opfer der Krankenmorde in der Zeit des Nazi-Faschismus. Schon vor einem Jahr wurde in Kreuzberg eine Stolperschwelle für 44 Opfer vor dem ehemaligen Liebfrauen-Kloster verlegt, jetzt wurde vor dem Rathaus ein Stolperstein für Klara Raffelsieper verlegt, die auch im Rahmen der Aktion „T4“ ermordet wurde.


Hier der ausführliche Bericht von Oberberg-Aktuell
Bürgermeisterin Anne Loth ordnete die Krankenmorde als Teil der menschenverachtenden NS-Ideologie ein, die Kulturausschuss-Vorsitzende Andrea Münnekehoff stellte den Bezug zu heute her:
„Mit dem Stolperstein geben wir Klara Raffelsieper ihren Namen und ihre Würde zurück. Und wir erinnern an ein Kapitel unserer Geschichte, das uns verpflichtet, wachsam zu bleiben – gerade heute, wo antidemokratische extremistische Kräfte im Land und auch von außen wieder an Zuspruch gewinnen.
Denn Ausgrenzung, Abwertung und die Frage, welcher Mensch „etwas wert“ ist, begegnen uns auch in unserer Zeit noch immer – manchmal offen, manchmal subtil. Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen, aber auch andere verletzliche Gruppen stoßen weiterhin auf Vorurteile, Barrieren und mangelnde Teilhabe. Umso wichtiger ist es, dass wir uns bewusst machen, wohin Entmenschlichung und Gleichgültigkeit führen können.
Der Stolperstein mahnt uns, für eine Gesellschaft einzutreten, in der jeder Mensch in seiner Würde geachtet wird – unabhängig von seiner Stärke, seines Geschlechtes, seiner Hautfarbe, seiner Gesundheit, seiner Herkunft, seiner Religion oder seiner sexuellen Identität.“


