Das hat nichts mit Antifaschismus zu tun!

Unbekannte Täter haben die historische Bruchstein-Fassade des CDU-Kreisbüros in Gummersbach beschmiert. (Artikel mit Bildern bei Oberberg-Aktuell)

Als Antifaschisten verurteilen wir von „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ die Schmierereien am CDU-Kreisbüro in Gummersbach.

Weil zwischen den Parolen an der Fassade auch die „161“ als Code für „Antifa“ steht, stellen wir Folgendes klar: Unser Grundgesetz ist im Mai 1949 als Antwort auf die Verbrechen des deutschen Faschismus formuliert worden, es ist in seinem Kern antifaschistisch. Antifaschismus ist eine demokratische Grundhaltung! Die Parolen auf dem Haus in der Fröbelstraße dagegen haben nichts mit Antifaschismus zu tun:

„FCK ISRAEL“ und „FCK IDF“ sind stark pauschalisierend und herabwürdigend dem Staat Israel und seiner Armee gegenüber, sie öffnen leicht das Tor für Antisemitismus. Antisemitismus lässt sich nicht mit einer antifaschistischen Haltung vereinbaren. Das hat nichts mit – durchaus legitimer – Kritik an der amtierenden Regierung oder an Extremisten in der Armee zu tun.

Andere Parolen an der Fassade haben eine wirre, nur scheinbar linke Richtung: „Arbeiter erwache“ könnte nach Arbeiterbewegung klingen, doch es ist eine Parallele zur Nazi-Parole „Deutschland erwache“. „Wacht auf“ stand häufig als Parole auf den Transparenten der „Querdenker“ in der Corona-Zeit, die hinter allen Maßnahmen eine geheime Verschwörung witterten. Dass „Vive la comune“ als Hochruf der Pariser Commune von 1871 falsch geschrieben ist, passt zu den anderen „Wirrungen“.

Gerade in der heutigen Zeit, in der ein Zusammenstehen aller demokratischen Parteien und Organisationen gegen die extrem Rechte notwendig ist, ist es völlig kontraproduktiv und schädlich, eine der demokratischen Parteien in der Form anzugreifen, wie es beim CDU-Kreisbüro geschehen ist.