Auch im Oberbergischen waren während der NS-Diktatur Zwangsarbeitskräfte eingesetzt. Sie sollten dafür sorgen, dass die Produktion – und insbesondere die Rüstungsproduktion – weiterlief, während die deutschen Arbeiter an den Fronten des Kriegs töteten und getötet wurden. Es waren insgesamt 14000 bis 15000 Männer und Frauen, die aus ihrer Heimat verschleppt worden waren – also etwa 10% der damaligen Bevölkerung im Kreis.
Auf vielen Friedhöfen sind Gräber von Zwangsarbeiter:innen zu finden, die durch Betriebsunfälle, durch die Bedingungen in den Lagern und durch Krankheiten zu Tode gekommen sind. Allerdings fehlen meist nähere Informationen über die Opfer und ihr Schicksal.
In Rahmen einer von der VHS Oberberg organisierten Fahrradtour von Marienheide über Wipperfürth nach Kreuzberg am 5. April 2025 wurden drei Gedenkorte vorgestellt und exemplarisch über einige der dort Bestatteten berichtet.

Die erste Station war der Friedhof an der Klosterstraße in Marienheide, dort liegen 29 Grabplatten. Viele der Opfer sind erst nach dem Einmarsch der US-Truppen verstorben, sie waren von der Zwangsarbeit so sehr geschwächt, dass sie ins Krankenhaus kamen und dort verstorben sind. Details zu allen Bestatteten stehen hier.
Auf dem Weg nach Wipperfürth war ursprünglich eine Zwischenstation in Böswipper geplant, wo noch im Herbst 2024 eine ehemalige Lager-Baracke als Schuppen genutzt wurde. Die Baracke war über den Winter abgerissen worden, hier steht ein Foto und hier gibt es Informationen darüber, wie es in diesen Baracken ausgesehen haben muss.

In Wipperfürth auf dem alten Friedhof am Don-Bosco-Weg liegen insgesamt 37 Gedenksteine in zwei Reihen. Viele der Opfer waren jung, sie waren schon im Alter von 16 oder 17 Jahren (meist aus der Ukraine) nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt worden, Stefan Saly starb im Alter von 17 Jahren in der Grube Danielszug in Kupferberg. Am Schicksal der Polin Zofia Rysiak wurde die doppelte Ausbeutung der Frauen (als Arbeitskraft und als Frau) sichtbar. Die Schicksale aller am Don-Bosco-Weg Bestatteten sind hier nachzulesen.

Nachdem der Anstieg nach Kreuzberg überwunden war, wurde die Gruppe dort von Uli Bürger empfangen, der zunächst an der Stolperschwelle vor dem ehemaligen Liebfrauenkloster über das Schicksal der dort untergebrachten, von den Nazis deportierten und (höchstwahrscheinlich) ermordeten 44 Frauen informierte (Mehr darüber auch hier (Informationen der Stadt Wipperfürth) und hier (Stolpersteine-App des WDR)).
Anschließend ging es zum Friedhof, dort gibt es eine der wenigen wirklichen Gedenkstätten: Neben den Gräbern der Zwangsarbeiter (meist aus dem zur Kupfermine gehörenden Lager) hat der Bürgerverein Kreuzberg eine ausführliche Informationstafel aufgestellt. Weitere Informationen über die Opfer stehen hier.
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