Die „OMAS GEGEN RECHTS“ hatten den 8. Februar zum bundesweiten Aktionstag ausgerufen – und in Gummersbach wurde die Aktion zu einem tollen Erfolg!

Hier der Bericht von „Oberberg-Aktuell“ und der Artikel in der OVZ / dem Oberbergischen Anzeiger
Den Auftakt bildeten zwei Demonstrationszüge, einer vom Steinberg runter in die Stadt, der andere von der Westtangente rauf in die Stadt. Wir von „Oberberg ist bunt“ waren rund 200, die sich in einem langen Zug in die Innenstadt begaben.





Der Zug von der Westtangente kam über die Kaiserstraße



Von allen Seiten strömten die Menschen zusammen, zum Auftakt der Kundgebung um 5 vor 12 Uhr waren es 2000, der Platz vor dem alten Rathaus reichte nicht aus. Die Veranstalterinnen konnten zufrieden sein.


In den Redebeiträgen stellten die OMAS GEGEN RECHTS ihr Projekt vor – auch mit einem Lied. Die Gesamtschule Marienheide stellte vor, wie sie sich als „Schule ohne Rassismus“ engagiert. Und wir von Oberberg ist bunt hatten einen Redebeitrag, der vielen aus dem Herzen sprach.
Der Redetext der OMAS GEGEN RECHTS (im Wechsel vorgetragen):
Das Lied der „OMAS GEGEN RECHTS“:
Omas gegen rechts (Melodie: When I’m Sixty-Four/The Beatles
Sechzig und achtzig, blond oder grau
nie ist Frau zu alt,
wenn die Sache richtig auf den Senkel geht,
was sogar der Enkel versteht.
Gerne dabei mit Gelärm und Geschrei,
Gejodel und Gekrächz,
immer sehr listig, immer sehr rüstig,
Omas gegen rechts.
Besser schön bunt, denn bunt ist gesund,
vielfältig gemischt,
für die Freiheit und den guten Geist im Land,
ziehn wir los mit Herz und Verstand.
Meistens mit Plan, aber gerne auch spontan
im Eifer des Gefechts,
immer ganz helle, immer zur Stelle,
Omas gegen rechts.
Komm in die Puschen, komm in die Pumps,
komm wir mischen mit,
lassen rechte Knacker keinen Käse krähen,
um die Zeiten rückwärts zu drehen.
Nie wieder Nazis, nie wieder Krieg,
Sieg des Menschenrechts,
nie mehr Rassismus, nie mehr Faschismus,
Omas gegen rechts.
Menschen der Länder, Männer vor Ort
Seid ihr mit dabei?
Gegen rechten Wahnsinn gegenanzugehen,
Arm in Arm zusammenstehen.
Kein Ding von Alter oder Beruf,
oder des Geschlechts,
Omas und Kinder, Opas nicht minder,
alle gegen rechts. Letzte Strophe 3x
Unser Redebeitrag:
Wir können es nicht lassen!
Ja, jetzt stehen wir schon wieder auf der Straße. Und könnten doch so viel anderes tun. Geht aber nicht. Wir müssen hier sein.
Warum?
Eine Hass-Welle geht durchs Land – durch unser Land – durch das Land, das wir mit allen, die hier leben, für die Zukunft von uns allen lebenswert und liebenswert gestalten wollen. Eine Hass-Welle gegen Mitbürgerinnen und Mitbürger mit migrantischen Wurzeln, einen Hass-Welle gegen Arme und Kranke, die auf Unterstützung angewiesen sind, eine Hass-Welle gegen die, die nicht dem Spießer-Klischee entsprechen.
Sie alle werden verantwortlich gemacht für Probleme in unserem Land – Probleme mit fehlendem oder nicht bezahlbarem Wohnraum – Probleme mit einem überlasteten Gesundheitssystem – Probleme mit leeren Kassen in den Kommunen. Statt die Probleme anzupacken und zu lösen und sich das Geld dafür zu holen, werden Sündenböcke aufgebaut, um die Milliardäre zu schonen.
Hierbei leistet die AfD ganze Arbeit: Sie ist die lauteste Stimme im Hass-Chor, sie verschiebt die Grenzen des Sagbaren immer weiter. Schlimm ist, wenn Vertreter:innen demokratischer Parteien dieser Hetze nachlaufen statt ihr Einhalt zu gebieten, wenn sie die Narrative der extremen Rechten so lange nachplappern, bis viele glauben, da sei wirklich etwas dran, es gäbe wirklich eine „Migrationskrise“ in unserem Land und keine Gerechtigkeitskrise.
Schlimm ist auch, dass die AfD bei ihrer Hetze aus dem Ausland unterstützt wird: verdeckt aus Russland und aus der Schweiz, ganz offen aus den USA vom reichsten Mann der Welt. Aber auch Millionäre aus Deutschland fördern die Hetze der AfD.
Wir haben keine Millionen, aber: wir sind die Millionen. Die Millionen, die vor einem Jahr aufgestanden sind, als die Deportationspläne der AfD bekannt wurden. Die Millionen, die jetzt wieder aufstehen müssen, weil unsere Demokratie weiter bedroht ist. Gerade jetzt vor der Wahl, wenn Vertreter demokratischer Parteien mit der AfD gemeinsam unser weltoffenes Land in eine mittelalterliche Festung umbauen wollen, wenn dabei jeder Anstand verloren geht, wenn die Würde der Menschen missachtet wird.
Wir werden nicht nachlassen können in unserem Engagement. Wir werden weiter Druck machen müssen. Druck gegen die extreme Rechte von der AfD, aber auch Druck gegen diejenigen, die die Brandmauer einreißen oder abbauen wollen, um mit Hilfe der Nazis an die Macht zu kommen. Die Erfahrung von 1933 hat gezeigt: Wenn rechte Parteien mit Hilfe der Nazis an die Macht wollen, dann bekommen die Nazis die Macht.
Das dürfen wir nicht zulassen!
Und wir müssen bedenken: Eine Brandmauer schützt eine gewissen Zeit lang. Doch wenn das Feuer dahinter nicht gelöscht wird, kann es sich im Boden unter der Mauer hindurchfressen. Deshalb: Erhalten wir die Brandmauer, aber löschen wir auch das Feuer dahinter. Gründlich! Wir müssen alle Glutnester austreten. Jetzt! Alle gemeinsam gegen Rassismus, gegen Hetze, gegen Faschismus! Das wird nicht gemütlich. Aber es gibt keine Alternative.
Und die Menschenkette? Die angemeldete Strecke reichte nicht, die Kette stand in der Kaiserstraße doppelt! Es war ein herrliches Bild und eine wunderbare Stimmung!









Kommentare sind geschlossen.