„DER FEIND STEHT RECHTS!“

Vor 100 Jahren, am 24. Juni 1922, wurde der damalige deutsche Außenminister Walther Rathenau von Mitgliedern der rechtsterroristischen „Organisation Consul“ ermordet.

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Wer war Rathenau?

Walther Rathenau stammte aus einer Unternehmerfamilie (sein Vater war Gründer der AEG), er übernahm später den Aufsichtsratsvorsitz der AEG. Nach dem ersten Weltkrieg engagierte er sich politisch als Liberaler in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), ab Mai 1921 war er Minister im Kabinett des Zentrumspolitikers Wirth, ab Februar 1922 Außenminister. Er war eingebunden in Verhandlungen zur Umsetzung des Versailler Vertrags und schloss im April 1922 den Vertrag von Rapallo mit dem sozialistischen Russland.

Was geschah am 24. Juni 1922?

Rathenau ließ sich an diesem Tag wie üblich von seinem Haus zum Ministerium fahren, in einem offenen Wagen. Auf der Königsallee in Berlin-Grunewald wurde sein Wagen von einem ebenfalls offenen Mercedes-Tourenwagen überholt, aus dem der 23-jährige Student Erwin Kern zehn Schüsse aus einer Maschinenpistole auf ihn abfeuerte und der 26-jährige Maschinenbau-Ingenieur Hermann Fischer eine Handgranate in Rathenaus Wagen warf. Rathenau war sofort tot.

Die Mörder konnten nach der Tat entkommen, Kern und Fischer versteckten sich in der Burg Saaleck bei Naumburg (der Besitzer war Mitglied der Organisation Consul), dort kam es am 17. Juli zu einer Schießerei mit der Polizei, bei der Kern getötet wurde, Fischer nahm sich daraufhin das Leben.

Wer waren die Mörder und was waren ihre Motive?

Erwin Fischer, Hermann Kern und auch der Fahrer des Mercedes, Ernst Werner Techow, waren Mitglieder der rechtsterroristischen „Organisation Consul“. Sie war von Hermann Ehrhardt gegründet worden, dessen „Brigade Ehrhardt“ schon 1920 beim Kapp-Putsch einen Umsturzversuch gegen die Demokratie unterstützt hatte und die damals schon als Erkennungszeichen ein Hakenkreuz am Stahlhelm trug. Ziel der Organisation Consul war es, mit Anschlägen die Republik zu destabilisieren, einen Bürgerkrieg zu provozieren und dann mit einer Militärdiktatur die Macht zu erlangen1. Auf das Konto der Organisation Consul ging 1921 der Mord an Finanzminister Erzberger und am 4. Juni 1922 der Mordversuch an Philipp Scheidemann2.

Als Realpolitiker, der die schwierigen Bedingungen des Versailler Vertrags in Deutschland umsetzen musste, war Rathenau bei denen verhasst, die die Ergebnisse des vom Kaiser­reich begonnenen und verlorenen ersten Weltkriegs nicht wahrhaben wollten.

Als Jude und als Demokrat wurde er von denen gehasst, für die die junge Demokratie in Deutschland die „Judenrepublik“ war. Ernst von Salomon, einer der Mitverschwörer bei der Ermordung, sagte 1962 in einem Film des WDR über sein Tatmotiv „Weil er [Rathenau]ein Repräsentant all dessen war, was wir hassten, was wir nicht wollten: Es war die Demokratie„.3

Befeuert wurden die antidemokratischen und antisemitischen Stimmungen auch vom Ex-Kaiser Wilhelm II selbst, der aus dem Exil in den Niederlanden immer wieder gegen die Republik hetzte. Mehr darüber ist in einer sehr lesenswerten Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages4 zu finden.

Die Verbindungen der Mörder reichten bis in den Polizeiapparat: Heiko Kreft beschreibt in seinem Beitrag für den NDR5, wie sich die Täter am 23. Juni die Maschinenpistole in Schwerin bei Erich Bade vom „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund“ abholen – völlig unbehelligt von der Polizei. Und das, obwohl in der örtlichen Presse öffentlich vor den Aktivitäten Bades gewarnt worden war. Der Hintergrund: Der Rechtsextremist Bade ist persönlich mit dem Polizeichef Karl Wiggers befreundet, der offensichtlich gezielt „weg­sieht“.6

Im Prozess wurde Techow, der Fahrer des Tatwagens, zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, Mitverschwörer Salomon zu 5 Jahren. Die Hintermänner von der Organisation Consul blieben unbehelligt.

1 Ganz ähnliche Pläne werden auch bei heutigen rechten Terrorzellen aufgedeckt, wie z.B. bei der „Gruppe S.

2Philipp Scheidemann war 1919 erster Reichsministerpräsident der Weimarer Republik, zur Zeit des Mordanschlags war er Bürgermeister von Kassel.

3Zitiert nach Heiko Kreft: Der Mord an Walther Rathenau – Ein Angriff auf die Demokratie https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Vor-100-Jahren-Der-politische-Mord-an-Walther-Rathenau,rathenaumord100.html – zuletzt aufgerufen am 20.6.2022

4https://www.bundestag.de/resource/blob/413384/3c88becac46c9ce290f4567d00a96e8a/wd-1-172-07-pdf-data.pdf

5Heiko Kreft: Der Mord an Walther Rathenau – Ein Angriff auf die Demokratie https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Vor-100-Jahren-Der-politische-Mord-an-Walther-Rathenau,rathenaumord100.html – zuletzt aufgerufen am 20.6.2022

6Erschreckend sind Parallelen zu aktuellen Vorfällen von „Wegsehen“ der Polizeiführung z.B. bei rechtsextremen Chatgruppen.

Wie waren die Reaktionen auf den Mord?

Im Reichstag kam es nach Bekanntwerden des Mordes zu erregten Szenen. Die Vertreter der demokratischen Parteien sahen in den Nationalisten von der „Deutschnationalen Volkspartei“ (DNVP) die geistigen Brandstifter für das Attentat, Rufe „Raus mit den Deutschnationalen!“ wurden laut. Bei der Sondersitzung am 25.6.1922 sprach Reichs­kanzler Wirth dann in Richtung der DNVP-Fraktion die bekannten Worte: „Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt. – Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts!“

(Sprecher der DNVP im Reichstag war ein gewisser Karl Helfferich. Dieser Name ist nur zufällig fast der selbe wie der des AfD-Mannes Helferich aus Dortmund, das „freundliche Gesicht des NS“ – wie er sich selbst bezeichnet hat – der selbst der AfD-Bundestagsfraktion zu extrem war und jetzt ohne Fraktionsstatus im Bundestag sitzt.)

Während SPD, USPD und KPD die lückenlose Aufklärung des Mordes und ein entschie­denes Vorgehen gegen seine Hintermänner forderten, sahen sich die rechten Parteien, insbesondere die DNVP, als Opfer von „Verleumdung“, weil ihnen eine Mitverantwortung an dem Verbrechen vorgeworfen wurde. Sie forderten von der Regierung, dass sie sie „gegen die verlogenen Verleumdungen in Schutz nimmt“. (Quelle: Gummersbacher Zeitung von 27.6.1922)

In der Öffentlichkeit kam es landesweit zu Demonstrationen und Protestkundgebungen, für den 27. Juni und dann noch einmal für den 4. Juli wurde zu Streik und Geschäfts­schließungen aufgerufen. Hierüber berichtete auch die Presse im Oberbergischen Kreis:

Die „Gummersbacher Zeitung“ schreibt am 27. Juni unter der Überschrift „Befristeter Generalstreik“: „Das Bezirkssekretariat der freien Gewerkschaften für Rhein­land, Westfalen und Lippe fordert … für Dienstag die Arbeiter und Angestellten zu einer Kundgebung gegen die Feinde der Republik auf und ersucht, von 12 Uhr mittags nicht nur Fabriken, Werk­stätten und Straßenbahnen stillzulegen, sondern auch in allen Geschäften, Be­rufen und Betrieben, den Gemeinde- und sonstigen Verwaltungen, die Arbeit ruhen zu lassen. – Im Oberbergischen soll die Arbeit von 3 – 5 Uhr nachmittags ruhen.“

Der „Oberbergische Anzeiger“ aus Engelskirchen berichtet am 28. 6. über die Kundgebung in Köln:

Eine mächtige Kundgebung als Einspruch gegen die Ermordung des Ministers des Äußeren, Rathenau, veranstalteten am Dienstag nachmittag die drei sozialistischen Parteien auf dem Neumarkt. Hierzu hatten aufgerufen der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Afabund [Allgemeiner freier Angestelltenbund], die Sozialdemokratische Partei, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei und die Kommunistische Partei. Beteiligt waren die Deutsche Friedensgesellschaft, der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, der Reichs­bund jüdischer Frontsoldaten, der Bund der Freien Schule, das Arbeiter-Sportkartell, der Bund der entschiedenen Schulreformerund der Bund religiöser Sozialisten.

In langen Zügen bewegten sich Arbeiter, Angestellte und Beamten aus dem links- und rechtsrheinischen Köln zum Neumarkt, der um 4 Uhr bereits ziemlich gefüllt war, während in den Nebenstraßen noch lange Züge den Aufmarsch zur Kundgebung vollzogen. Es wurden rote Fahnen und Schilder mit den verschiedensten Aufschriften, zum Teil mit Bilderschmuck getragen. Da hieß es u.a. : “Gegen die politischen Meuchelmörder!“ „Gegen den Wucher!“usw. Nach einem Trauergedenken wurden von etwa 12 Stellen Reden an die Massen gehalten. In der Mitte des Platzes sprach der Reichstags­abgeordnete Sollmann, der sich mit scharfen Worten an die Monarchistenverbände wandte…

Über Kundgebungen in Gummers­bach schreibt die „Gummers­bacher Zeitung“ am 28. Juni:

Kundgebungen anlässlich der Beisetzung des Ministers Rathe­nau fanden gestern auch in Gum­mersbach statt. Nach­mittags hat­ten sich auf dem Schützenplatze Anhänger der sozialdemokra­tischen Parteien eingefunden, denen verschie­dene Ansprachen gehalten wurden. Als die Teil­nehmer an der Kundgebung sich zerstreuten, wurden an verschiedenen Häusern schwarz-weiß-rote Fahnenstangen gewaltsam entfernt: eine etwas merkwürdige Ehrung des Toten.“ (Anmerkung: Schwarz-weiß-rot war die Fahne des Kaiserreichs, es waren im Jahr 1922 die Farben der reaktionären, rechtsradikalen Monarchisten, die auf Grund ihrer Hetze gegen die Republik als geistige Brandstifter für den Mord gesehen wurden. Die „Gummersbacher Zeitung“ stand der DNVP nahe.) Weiter heißt es in dem Bericht: „Abends versammelten sich die Anhänger der demokratischen und Zentrumspartei bei Ising, um gleichfalls eine Kundgebung zu veranstalten. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.“

(Walther Rathenau war Unternehmer, doch es waren Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Kommunisten, die am engagiertesten gegen seine Ermordung demonstrierten und für die Republik auf die Straße gingen.)

Für den 4. Juli wurde erneut zu Protesten aufgerufen. Die „Gummersbacher Zeitung“ schreibt unter „Neuer Generalstreik am Dienstag“: „Der Allgemeine Deutsche Gewerk­schaftsbund, AfA und die sozialdemokratischen Parteien erlassen einen Aufruf an an das republikanische Volk, in dem alle ernstgesinnten Republikaner im ganzen Reiche auf­gefordert werden, am Dienstag, 4. Juli, wiederum die Arbeit am Nachmittage ruhen zu lassen und in geschlossenen Massen auf Straßen und Plätzen für die bekannten Forde­rungen zu demonstrieren…“ Im Oberbergischen muss es daraufhin mehrere Kund­gebungen gegeben haben, der „Oberbergische Anzeiger“ schreibt am 5. Juli: „Die Trauer um den gewaltsamen Tod Rathenaus gab den Linksparteien gestern zu demokratischen Kundgebungen Anlass, die am Nachmittag in einer mehrstündigen Arbeitsruhe und öffent­lichen Umzügen bestand. Im Oberbergischen wurde den Geschäftsleuten und Wirten anheimgegeben, die Lokale durch Zeichen der Sympathie auf mehrere Stunden zu schließen. Die öffentlichen Umzüge, bei deren Auseinandergehen Reden gehalten wurden, die sich auf den Schutz der Republik bezogen, verliefen ordnungs­gemäß.

Die „Gummersbacher Zeitung“ berichtet über eine Kundgebung in Gummersbach (ohne die Forderungen der Demonstrierenden zu benennen).

Beide Zeitungen berichten über eine Kundgebung in Köln, bei der die Wut über die Monarchisten zum Ausdruck kam: „… Ein Teil des nach der rechten Rheinseite zurück­kehrenden Zuges waren bereits über die Brücke marschiert, als von einem der Teilnehmer eine rote Fahne am Denkmal Wilhelms II angebracht wurde. Das gab der berittenen Polizei, die sich unten an der Brückenrampe aufgestellt hatte, Anlass, das Herunter­nehmen der Fahne zu fordern. … Außerdem hatte man an dem Reiterstandbild den Degen abgerissen und in den Rhein geworfen sowie die Sporen abgeschlagen und sodann ein Plakat mit der Aufschrift „Nieder mit dem Monarchismus“ angebracht. Der Vorfall hatte zur Folge, dass die Polizeimannschaften, die sich in der Nähe befanden, hart ins Gedränge gerieten. Hierbei gab es Wortwechsel, und im Verfolg dessen hat man einen Schutzmann entwaffnet. Von den einzelnen Gruppen des Zuges, die sich über die Brücke bewegten, wurden beim Vorbeimarsch an den aufgesteckten Fahnen Hochrufe auf die Republik und Hurrarufe ausgebracht. …“ („Oberbergischer Anzeiger“ vom 5.7.1922)

Landtagswahl 2022 im Oberbergischen

Das Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl am 15. Mai 2022 geht in die richtige Richtung, aber leider hat es nicht ganz gereicht, um ihren Wiedereinzug in den Landtag zu verhindern.
In unserem Landkreis sieht es leider nicht so gut aus, die AfD ist bei uns deutlich stärker als landesweit. Auch überregional wurde berichtet, dass die AfD in Waldbröl-Maibuche über 50% erhalten hat – dort war die Wahlbeteiligung auch extrem niedrig. Genaueres lest ihr in unserer Wahlanalyse.

Die komplette Analyse ist hier: Wahlnanalyse Landtagswahl 2022 in Oberberg

8. Mai 2022

Bericht von unserem Fest für den Frieden

Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung – der Befreiung von Krieg und Faschismus, denn am 8. Mai 1945 hat die Nazi-Wehrmacht endlich kapituliert. Im sechsten Jahr ihrer Herrschaft, am 1. September 1939, überfielen die Nazis Polen und anschließend Holland, Belgien, Frankreich, im Sommer 1941 die Sowjetunion und stürzten die Welt in den fürchterlichsten Krieg, den es je gegeben hat. Am Ende kam der Krieg dann zurück nach Deutschland, mit dem Ergebnis, dass auch unser Land in Schutt und Asche lag. 50 Millionen Menschen kostete dieser Krieg das Leben – die Hälfte davon in der Sowjetunion.

Den 70. Jahrestag der Befreiung hatten wir am 8. Mai 2015 mit einem Freundschaftsfest gefeiert, den 75. Jahrestag konnten wir 2020 pandenmiebedingt nur mit einem dezentralen Gedenken begehen. Doch in diesem Jahr konnten wir endlich wieder draußen feiern. Wir stellten das Fest angesichts der politischen Lage unter das Motto „Fest für den Frieden“, denn wir feiern auf der einen Seite das Ende des zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945, auf der anderen Seite müssen wir aber sehen, dass mit dem Angriff der Truppen der russischen Föderation auf die Ukraine der Krieg wieder nach Europa gekommen ist, dass Krieg in vielen Ländern der Erde herrscht. 

Wir hatten ein vierstündiges Programm zusammengestellt (am Ende wurden es viereinhalb Stunden), mit viel Musik, aber auch mit Redebeiträgen und mit Lyrik. Hier geht es zum Bericht bei Oberberg-Aktuell.

Zur Beginn spielte Gülistan Kaymac „Blowing in the wind“, nach der Begrüßung der Besucher*innen durch den Vorsitzenden von „Oberberg ist bunt“ und durch den stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Marquart, spielte Gülistan Lieder aus dem Nahen und Mittleren Osten.

Annina Struve und HugoOnion waren die erste Band, sie spielten „Funkastic Rock’n Soul“ und lockten mit ihrer Musik immer mehr Menschen in den Gummersbacher Stadtgarten auf dem Steinmüller-Gelände.

„Den 8. Mai feiern? Angesichts des Kriegs in der Ukraine? Ja! Denn wir müssen daran erinnern, dass der Faschismus nur besiegt werden kann, wenn die Menschen zusammenhalten! Der Angriff der Armee der russischen Föderation auf die Ukraine ist eine Schande angesicht der gemeinsamen Befreiung von Auschwitz durch russische und ukrainische Soldaten.“ – Das war der Tenor der Redebeitrags von Gerhard Jenders

Reiner Becker spielt schon lange Blues in Gummersbach – es war eine Freude, ihn am 8. Mai bei uns zu haben! Und vielen dank dafür, dass er ein stimmungsvolles Finale ermöglicht hat! (siehe unten)

Wir feiern in diesem Jahr auch 15 Jahre „Oberberg ist bunt“. Gudrun Martineau berichtete aus 15 Jahren Aktivität gegen Rechts, für Vielfalt und Toleranz.

Die vielseitige Musik von Jabaroo zeigte, dass Menschen aus allen Ecken der Welt zusammengehören, dass Didgeridoo und Harfe mit E-Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug harmonieren, wenn man es richtig macht.

Martina Jurkschat und Monica Buchfeld trugen lyrische und mahnende Texte vor: „Wer bin ich?“ von Dietrich Bonhoeffer (Martina Jurkschat) und „Das Phänomen“ von Hanns-Dieter Hüsch (Monica Buchfeld). Monica Buchfeld erinnerte mit einem Apell der Gummersbacher Bürgermeisters von 1947 daran, wie die Menschen bei uns damals Hilfsbereitschaft gegenüber geflüchteten zeigten.

Ein starkes und lautes Statement gegen Hass und Krieg kam zum Ende von Ragetrack, der „Rage-against-the-machine“-Tribute-Band. Die Stimmung erreichte einen Höhepunkt!

Das Lied der „Moorsoldaten“ entstand in den ersten KZs, die die Nazis schon 1933 eingerichtet hatten. In den „Moorlagern“ mussten vor allem politische Gegner der NS-Diktatur schuften. Dieses Lied wurde zu einer Hymne des Widerstands. Dank Reiner Becker konnten wir es zum Abschluss unseres Festes für den Frieden gemeinsam singen!

Und wie wurde das Fest finanziert? Wir finanzieren unsere Arbeit tatsächlich ganz aus Spenden! Spenden, die nicht von der heimlichen Weltverschwörung kommen, sondern von Oberbergerinnen und Oberbergern. Einen Mitgliedsbeitrag gibt es in unserem Verein nicht, doch einige unterstützen uns immer wieder mit kleineren oder größeren Beträgen. Zusätzlich geht ein ganz herzlicher Dank an das Netzwerk gegen Rechts und die Sparkasse Gummersbach, die mit großzügiger Förderung die professionelle Bühne und die Tontechnik ermöglicht haben. Und ein großer Dank an die Besucher*innen, die beim Fest gespendet haben – so sind noch einmal 500€ zusammengekommen!

1. Mai

Am 1. Mai 2022 gab es endlich wieder eine öffentliche Kundgebung der Gewerkschaften in Gummersbach. Wir waren mit einem Stand und einer Rede dabei.

8. MAI – Fest für den Frieden!

Jetzt ist es klar: Wir feiern am 8. Mai 2022 den Tag der Befreiung mit einem Fest für den Frieden im Stadtgarten in Gummersbach (auf dem Steinmüllergelände). Gerade jetzt, wo der Angriffskrieg der russischen Armee die Ukarine verwüstet, wollen wir deutlich machen: Wir müssen aus der Geschichte lernen! Nie wieder sollen Hass, Nationalismus und Rassismus Leid über die Menschen bringen. Lasst uns gemeinsam eintreten für Toleranz, Respekt und Vielfalt!

Weil wir „bunt“ sind, gibt es die Einladung als pdf-Datei in verschiedenen Farben zum Ausdrucken und Aushängen oder zum Weiterverbreiten:

Es gibt auch einen Falt-Flyer, er kann hier heruntergeladen werden

Wer über Instagram oder ähnliches einladen möchte, kann eines der folgenden Bilder kopieren und teilen. Man kann die Bilder auch ausdrucken und damit eine bunte Wand gestalten.

Gedenktour macht Station in Oberberg

Am 3. April war die Mahn- und Gedenktour der VVN-BdA-NRW zu Gast in Ründeroth. An der Gedenkstätte auf dem dortigen Friedhof wurde die Gruppe von Bürgermeister Dr. Gero Karthaus begrüßt und über das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener informiert, die dort Ende 1941 auf Grund mangelnder Versorgung gestorben sind. Mehr Informationen zu Ründeroth auf der Seite zur Gedenkstätte.

Bilder vom Besuch (Galerie, Bilder zum Betrachten anklicken)

Anschließend haben wir die Gruppe am „Aggerstrand“ bewirtet, dort war auch Dr. Frank Gelhausen zu Gast, der die Gedenkstätte auf dem Friedhof initiiert hatte und eine ausführliche Recherche dazu angestellt hatte.

Nach dem Mittagsimbiss haben wir über das Verbrechen informiert, dass im Dezember 1941 / Januar 1942 in Hommerich verübt wurde. Ein besonders brutaler Lagerkommandant hat dort in den zwei Monaten, die er im Amt war, den Tod von 40 Kriegsgefangenen verursacht. Die Toten sind schließlich auf dem Friedhof in Engelskirchen bestattet worden. Informationen dazu haben wir unter „Das Verbrechen von Hommerich“ zusammengestellt.

Sowjetische Soldaten aus Russland, aus der Ukraine und aus Belarus haben damals gemeinsam gegen die Nazis gekämpft und waren gemeinsam Opfer des NS-Terrors – vor diesem Hintergrund ist nicht zu verstehen, dass heute russische Soldaten die Ukraine überfallen.

Nach dem Besuch in Ründeroth fuhr die Gruppe weiter nach Lüdenscheid und Wuppertal.

Menschenkette gegen Rassismus und Krieg

Gummersbach, Lindenplatz, 19. März 2022

Auch zum diesjährigen Internationalen Tag gegen Rassismus haben wir wieder einen Beitrag in Form einer Menschenkette in Gummersbach geleistet. Rassismus – ob in brutalen Gewalttaten wie dem Massaker in Hanau vor zwei Jahren oder in subtiler Form im alltäglichen Leben – zeigt sich immer wieder in unserer Gesellschaft. Es bleibt daher notwendig, gegen Rassismus und Diskriminierung auf die Straße zu gehen.

In diesem Jahr kommt hinzu, dass Hass, Nationalismus und Großmachtstreben zum Überfall der russischen Truppen auf die Ukraine geführt haben. Daher lautete das Motto der Menschenkette „Gemeinsam gegen Rassismus und Krieg – für Frieden, Menschenrechte und Vielfalt“.

Bevor die Kette sich vom Lindenplatz bis Alten Rathausstraße durch die Fußgängerzone zog, betonte Gerhard Jenders für „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ wie wichtig es ist, sich aktiv gegen Rassismus und Krieg einzusetzen:

Anschließend trug Monica Weispfennig-Buchfeld den eindrucksvollen Text „Dann gibt es nur eins…“ von Wolfgang Borchert vor.

https://www.bo-alternativ.de/borchert.htm

Ein Video mit dem Text gibt es zum Beispiel hier.

Vielen Dank an alle, die durch ihre Teilnahme ein Zeichen gegen Rassismus und Krieg gesetzt haben!

90 Jahre nach den Morden von Hückeswagen

Link zum Bericht der Bergischen Morgenpost

Am 13. März 1932, am Tag der Reichspräsidentenwahl, haben in Hückeswagen die Nazis drei ihrer Gegner erschossen Stolpersteine in der Peterstraße erinnern seit 20016 an die Opfer. Am 13. März 2022 erinnerten der Verein „Bergische Zeitgeschichte“ und „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ an die Ereignisse von damals.

Statt der erwarteten 30 waren über 70 Menschen gekommen, um der Opfer zu gedenken.

Bürgermeister Persian begrüßte die Teilnehmenden im Namen der Stadt und mahnte, dass Hass und Gewalt keine Mittel der Politik sein dürfen. Auch wenn man in Sachfragen unterschiedlicher Meinung sein könne, müssten doch die Demokratinnen und Demokraten zusammenstehen für eine friedliche Gesellschaft:

In einem fiktiven „Erlebnisbericht“ schilderte Irmgard Hannoschöck die Geschehnisse vom 13. März 1932:

Ein Jahr nach den Morden von 1932 waren die Nazis an der Macht und verfolgten ihre Gegner rücksischtslos. Die Gruppe „Tangoyim“ schilderte das mit dem Lied „Mein Vater wird gesucht“ aus der Sicht eines Kindes.

Iris Kausemann, Vorsitzende des Vereins „Bergische Zeitgeschichte“ berichtete, welche Persönlichkeiten und welche Schicksale zu den drei Namen gehören.

Um eine Brücke zur heutigen Zeit zu schlagen, spielte „Tangoyim“ ein ukrainisches Liebeslied.

Was haben die Ereignisse von damals uns heute zu sagen?“ war das Thema des Redebeitrags von Gerhard Jenders, Vorsitzender von „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun“.

Zu Ehren der Toten spielte „Tangoyim“ abschließend die „Internationale“, dabei legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Blumen an den Stolpersteinen nieder.

Mahnwache am 19. Februar

Am 19. Februar 2022 erinnerten wir mit einer Mahnwache an das rassistische Massaker in Hanau vor zwei Jahren. Vierzig Menschen kamen zusammen, um auch in Gummersbach vor dem tödlichen Gift des Rassismus zu warnen. Hier der Bericht von Oberberg-Aktuell

Redebeiträge kamen von Gerhard Jenders, Hartwig Steinmetz, Martina Jurkschat und Aziz Kocyigit

Gerhard Jenders forderte zum gemeinsamen Kampf gegen Rechts auf: „Es ist nicht vorbei: Auch zwei Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau müssen wir wieder auf die Straßen – gegen Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Faschismus – für eine aufgeklärte, solidarische und gleichberechtigte Gesellschaft.“ (Vollständiger Text)

Hartwig Steinmetz rief dazu auf, rechte Gewalt nicht zuzulassen.

Martina Jurkschat las den von Bildzeitung, AfD und einigen CDU-Politikern angegriffenen Gastbeitrag von Nancy Faeser in der „antifa“, der sich mit der Radikalisierung und Hetze im Internet befasst.

Aziz Kocyigit trug die Erklärung der DIDF zur zweiten Jahrestag des rassistischen Terroranschlags von Hanau „Kein Vergeben, kein Vergessen“ vor.

Umrahmt wurde die Mahnwache von Konstantin Weckers „Willy 2021“. Das Stück wurde zur Erinnerung an den Anschlag geschrieben.

27. Januar Holocaust-Gedenktag

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz. Jakow Wintschenko, Soldat der sowjetischen Armee, schildert seine Eindrücke beim Eintreffen in Auschwitz:

„Es war kein Wachtraum, ein lebender Toter stand mir gegenüber. Hinter ihm waren im nebligen Dunkel Dutzende anderer Schattenwesen zu erahnen, lebende Skelette. Die Luft roch unerträglich nach Exkrementen und verbranntem Fleisch. Ich bekam Angst, mich anzustecken, und war versucht wegzulaufen. Und ich hatte keine Ahnung, wo ich war. Ein Kamerad sagte mir, wir seien in Auschwitz. Es war uns klar, dass etwas Schreckliches über diesem Ort lag: Wir fragten uns, wozu all die Baracken, die Schornsteine und die Räume mit den Duschen gedient hatten, die einen seltsamen Geruch verströmten. Ich dachte an ein paar Tausend Tote – nicht an Zyklon B und das Ende der Menschlichkeit.“

(zitiert in einer Rede von Dr. Jochen Palenker, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, zum 65. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 2010 in Berlin)

Waldbröl setzt ein buntes Zeichen gegen die AfD

Kurzfristig hatte die AfD für den 22. Januar eine Propagandaveranstaltung in der Aula des Schulzentrums angekündigt. Doch der Widerstand gegen Rechts war schnell auf den Beinen: Innerhalb einer Woche war eine Kundgebung mit Menschenkette organisiert. Die Resonanz war überwältigend: Fast 400 Menschen kamen zusammen, um zu zeigen:

Auch Waldbröl ist eine vielfältige, bunte Stadt! Wir wollen keinen Hass! Wir sind die Mehrheit in Waldbröl: weltoffen und demokratisch! Wir setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Menschlichkeit!

Bei der Kundgebung sprachen:

Gerhard Jenders für „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ (Redetext)

Paul Giebeler, Schulpflegschaftsvorsitzender und Ratsmitglied aus Waldbröl

Claudia Hein, Ratsmitglied aus Waldbröl

Tobias Schneider, Kreistagsmitglied aus Morsbach

Jetzt gilt es, an diese Stimmung anzuknüpfen und die Menschen, die in Waldbröl noch AfD wählen, zu überzeugen: Rassismus und Hass sind keine Alternative!

Einem Bericht bei Oberberg-Aktuell (unbedingt ansehen!) können wir entnehmen, dass bei der AfD nur 16 Personen waren. Ist wohl doch keine „Heimspiel“ für die AfD in Waldbröl.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten ihre Meinung mit vielfältigen Plakaten und Spruchbändern zum Ausdruck: (Bilder anklicken für ein vergrößerte Ansicht)

Die Menschenkette reichte die Goethestraße und die Vennstraße entlang bis zur Arbeitsagentur:

Widerstand gegen die AfD

Die AfD Oberberg möchte am Samstag, 22. Januar 2022, in Waldbröl einen „Bürgerdialog“ veranstalten. Gegen diese Versammlung in der Aula des Hollenberg-Gymnasiums regt sich Widerstand vor Ort.

Es wird eine Kundgebung mit anschließender Menschenkette geben am Samstag, 22.1.2022 ab 10.00 Uhr, Treffpunkt ist der Platz vor dem Haupteingang des Hollenberg-Gymnasiums (Goethestraße 8, 51545 Waldbröl).

Hier der Aufruf:

Die Wannsee-Konferenz

Am 20. Januar ist der 80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz. Hier eine plakative Zusammenfassung zum Thema. Ausführliche Informationen hat die Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“

Fünfzehn Männer – der jüngste unter ihnen war gerade mal 32 Jahre alt, der älteste 52 – berieten in einer luxuriösen Villa direkt am Berliner Wannsee über die „Endlösung der Judenfrage“.
In der Einladung wird die gemeinsame Verabredung zum Völkermord als „Besprechung mit anschließendem Frühstück“ bezeichnet.

Einzelheiten über die Täter kann man bei der Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ (www.ghwk.de) unter Konferenz → Teilnehmer nachlesen. Eine ganze Reihe von ihnen lebte nach 1945 mehr oder weniger unbehelligt weiter.

Fast direkt nach der Machtübertragung am 31. Januar 1933 begann zunächst die Ausgrenzung und dann die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland. Mit dem Einmarsch in die Nachbarländer nahm die Verfolgung an Brutalität zu.
Schon bald nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurden Ende August 1941 in Kamenez-Podolsk 23600 und Ende September 1941 in der Schlucht Babyn Jar bei Kiew 33000 Jüdinnen und Juden von der NS-Wehrmacht ermordet.

Diese Vernichtung der jüdischen Bevölkerung geschah in Einzelaktionen, der Holocaust war noch nicht koordiniert, die Ausbeutung der noch arbeitsfähigen Menschen war noch nicht eingeplant.

Die „Vernichtung durch Arbeit“ und die systematische industrielle Ermordung der jüdischen Bevölkerung – das alles wurde von hochrangigen Ministerialbeamten am 20. Januar 1942 bei der Konferenz am Wannsee geplant.

Das Bild aus der Gedenkstätte Yad Vashem beeindruckt, es kann aber nicht alle Opfer zeigen.

Wenn wir alle Ermordeten in der selben Art wie die Täter auf dem ersten Bild darstellen wollten, müssten jetzt 400000 weitere Bilder folgen.

Wenn man alle sechs Millionen Namen vorlesen wollte, würde das über zwei Jahre dauern – wenn man ohne Pause liest.

Rückblick und Ausblick 2021/2022

Für viele von uns war das zu Ende gegangene Jahr geprägt von der Sorge wegen des Corona-Virus, von den Maßnahmen gegen eine Infektion und von der Hoffnung, dass wir irgendwann wieder zu einem „normalen“ Alltag zurückkehren können. Leider sieht es in diesen Tagen noch nicht so aus. Gerade die neueste Variante des Virus zeigt, dass es nicht ausreicht, bei globalen Problemen nur auf das eigene Land zu schauen.

Auch unsere politische Arbeit mussten wir – wie schon 2020 – an die Gegebenheiten anpassen. Deshalb haben wir den Holocaust-Gedenktag 2021 mit einer Postkarten-Aktion begangen, deshalb haben wir unsere Menschenkette zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 20. März mit Abstands-Bändern gebildet, deshalb haben wir zum 80. Jahrestag des Überfalls der Nazi-Truppen auf die Sowjetunion drei kleine dezentrale Gedenkveranstaltungen gemacht.  

Wie notwendig es ist, gerade bei uns gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einzutreten, zeigen auch die für die AfD abgegebenen Stimmen in einigen oberbergischen Gemeinden bei der Bundestagswahl: Bis auf Lindlar, Wipperfürth und Engelskirchen lagen alle Gemeinden über dem AfD-Ergebnis für NRW, Gummersbach, Bergneustadt, Reichshof und Waldbröl blieben besonders hoch, wobei in Waldbröl der AfD-Anteil im Vergleich mit früheren Wahlen sogar noch zugenommen hat. Mehr dazu in unserer Wahlanalyse. Zum anderen ist erschreckend zu beobachten, wie leicht es Rechtsextremen verschiedener Schattierungen gelingt, Ängste im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den Maßnahmen dagegen für ihre Propaganda auszunutzen. So konnte eine Gruppe mit dem Banner einer NPD-Kampagne zeitweise die Führung einer Demonstration in Gummersbach übernehmen, so kommt es dazu, dass ehemalige Mitglieder der oberbergischen Grünen jetzt auf Facebook Videos von AfD-Funktionären weiterverbreiten.

Wir werden also auch im neuen Jahr in unserer Arbeit nicht nachlassen.

Am 15. Mai wird der Landtag von Nordrhein-Westfalen neu gewählt. Wir wollen – gemeinsam mit anderen Kräften – dazu beitragen, dass die Menschen in den problematischen Wahlbezirken besser aufgeklärt werden, dass Toleranz, Vielfalt und Solidarität stärker werden als nationalistische Hetze und rechte Propaganda, damit sich die Wahlerfolge der AfD nicht wiederholen.

Anlass zur Aufklärung bieten auch eine Reihe von Gedenktagen im Jahr 2022:

  • Direkt am Anfang, am 20. Januar, ist der 80. Jahrestag der „Wannsee-Konferenz“: Am 20.1.1942 planten die zuständigen Nazi-Größen in idyllischer Umgebung die Ermordung der jüdischen Bevölkerung Europas. 
  • Knapp eine Woche später, am 26. Januar, jährt sich zum 90. Mal Hitlers Rede vor dem Düsseldorfer Industrieclub. Dort warb er bei den Vertretern der Großindustrie um Zustimmung für seine politischen Pläne – und bekam sie auch. 
  • Am 27. Januar ist dann wie in jedem Jahr der Holocaust-Gedenktag. 

Welche Möglichkeiten wir haben, öffentlich an diese Tage zu erinnern, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Weitere Gedenktagehaben wir in einer Liste zusammengefasst, hervorheben möchten wir:

  • den 100. Jahrestag der Ermordung des Außenministers Rathenau am 24.6.1922 durch eine rechtsradikale Geheimorganisation und  
  • den 30. Jahrestag der Pogrome von Rostock am 24.8.1992 

Beim Gedenken wollen wir es nicht belassen, hier ein paar Beispiele aus unserer Planung:

  • Wir möchten auch 2022 eine Menschenkette zum Internationalen Tag gegen Rassismus organisieren,  
  • wir möchten in diesem Jahr endlich den Tag der Befreiung am 8. Mai wieder feiern,  
  • wir möchten nach den Sommerferien die 3. Oberbergische Frag-mich-Messe veranstalten. 

Lasst uns allen Widrigkeiten zum Trotz mit Schwung ins neue Jahr starten!