{"id":303,"date":"2020-08-24T10:01:55","date_gmt":"2020-08-24T08:01:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oberberg-ist-bunt.org\/wordpress\/?page_id=303"},"modified":"2020-08-24T10:01:55","modified_gmt":"2020-08-24T08:01:55","slug":"grosses-interesse-an-debatte-ueber-hindenburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.oberberg-ist-bunt.org\/wordpress\/grosses-interesse-an-debatte-ueber-hindenburg\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfes Interesse an Debatte \u00fcber Hindenburg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Februar 2013:<\/strong> \u201eWer war Hindenburg?\u201c \u2013 unter diesem Titel steht im 80. Jahr nach der Macht\u00fcbertragung an die Nationalsozialisten eine Informations- und Diskussionsveranstaltung des Vereins \u201eUnser Oberberg ist bunt, nicht braun!\u201c.<br>Dr. J\u00fcrgen Fr\u00f6lich vom Archiv des Liberalismus informiert \u00fcber die Biografie P. v. Hindenburgs, der am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte.<br>Stadthistoriker Gerhard Pomykaj (Gummersbach) beleuchtet die historische Situation im Oberbergischen in der Zeit um 1917, als vielerorts Stra\u00dfen nach Hindenburg benannt wurden und ihm die Ehrenb\u00fcrgerw\u00fcrde verliehen wurde, und 1933, als die Nazis an die Macht kamen.Die Veranstaltung am\u00a0<strong>Mittwoch, den 13. M\u00e4rz 2013, beginnt um 18.30 Uhr im Brauhaus Gummersbach,<\/strong>\u00a0Hindenburgstr. 15.<br>Hier kann der<a href=\"http:\/\/www.oberberg-ist-bunt.org\/VeranstaltungHindenburg.pdf\">\u00a0Einladungsflyer<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 heruntergeladen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00e4rz 2013:<\/strong> Volles Haus bei der Informationsveranstaltung \u201eWer war Hindenburg?\u201c des Vereins \u201eUnser Oberberg ist bunt, nicht braun\u201c: Im Gesellschaftsraum des Brau\u00adhauses an der Gummersbacher Hindenburgstra\u00dfe war kein Stuhl mehr frei. Man tagte in einer historischen St\u00e4tte, denn das Geb\u00e4ude war 1905 als Neben\u00adstelle der Reichsbank an der damaligen Promenade \u201eUnter den Linden\u201c gebaut worden. Im Jahre 1917 war die Stra\u00dfe dann in \u201eHindenburgstra\u00dfe\u201c umbenannt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Moderiert von Volker Sailer (Radio Berg) informierten Dr. J\u00fcrgen Fr\u00f6lich vom Archiv des Liberalismus und der Gummersbacher Stadthistoriker Gerhard Pomykaj \u00fcber die Person Hindenburg und \u00fcber das Bild, das die Menschen von ihm hatten. Dr. Fr\u00f6lich stellte in seinem anregenden Vortrag den aktuellen Stand der historischen Forschung zu Hindenburg dar. Danach war der als er\u00adfolgreich gefeierte Feldherr vor allem geschickt in der Inszenierung der eigenen Pers\u00f6nlichkeit; so machte er bei der \u201eSchlacht von Tannenberg\u201c die milit\u00e4ri\u00adschen Erfolge anderer zu seinen eigenen Heldentaten. Nach Ende des ersten Weltkriegs war er es, der die \u201eDolchsto\u00dflegende\u201c salonf\u00e4hig machte. Als Reichspr\u00e4sident der Weimarer Republik machte er dann 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. Dabei war Hindenburg trotz seines hohen Alters keineswegs senil, sondern handelte mit klarem politischen Willen und trug bei der medialen Inszenierung des \u201eTags von Potsdam\u201c dazu bei, dass Hitler auch im konservativ-b\u00fcrgerlichen Milieu akzeptiert wurde.<br>Gerhard Pomykaj schilderte die Zeit aus Sicht der Menschen im Oberbergi\u00adschen. Sie sp\u00fcrten zwar in der Zeit von 1914 bis 1918 die Kriegsfolgen, erfuh\u00adren vom direkten Kriegsgeschehen vor allem aus der Presse. Hier wurden sie vielfach belogen, es gab eine Propaganda um den \u201eMythos Hindenburg\u201c. Einer Initiative rheinischer St\u00e4dte anl\u00e4sslich seines 70. Geburtstags im Jahr 1917 ha\u00adben sich auch die Gummersbacher angeschlossen: Hindenburg wurde die Eh\u00adrenb\u00fcrgerw\u00fcrde verliehen, der Boulevard \u201eUnter den Linden\u201c wurde in \u201eHinden\u00adburgstra\u00dfe umbenannt.<br>Angesichts des wissenschaftlichen Hindenburg-Bildes stand die Frage im Raum, wie man heute mit der Pr\u00e4senz Hindenburgs in Form von Stra\u00dfennamen und Ehrenb\u00fcrgerschaften umgehen solle. F\u00fcr \u201eUnser Oberberg ist bunt, nicht braun\u201c zog Gerhard Jenders Parallelen zur Gegenwart: \u201eHeute stellt das Wirken rechts\u00adextremen Gedankengutes bis in die Mitte der Gesellschaft hinein eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr unsere Demokratie dar, vor 80 Jahren ist es Hindenburg gewesen, der politisch und medial die Verbindung von der Mitte der Gesellschaft zu den Nationalsozialisten hergestellt hat. Daher w\u00e4re es ein wichtiges Zeichen, Hin\u00addenburg nicht mehr \u00f6ffentlich zu ehren.\u201c<br>Mit der Veranstaltung sollte die Diskussion hier\u00fcber angesto\u00dfen werden, denn nur wer die Vergangenheit kennt, wird ihre Fehler nicht wiederholen. Ein deutli\u00adcher symbolischer Akt k\u00f6nnte die Aberkennung der Ehrenb\u00fcrgerschaft f\u00fcr Hin\u00addenburg sein. Bei den Stra\u00dfennamen geht es nicht nur um Gummersbach, son\u00addern auch um die anderen Kommunen im Kreis, die eine Stra\u00dfe nach Hinden\u00adburg benannt haben. Hier sollen, soweit war man sich im Brauhaus einig, m\u00f6g\u00adlichst viele B\u00fcrger, gerade auch die Anwohner, in die Diskussion einbezogen werden.<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Februar 2013: \u201eWer war Hindenburg?\u201c \u2013 unter diesem Titel steht im 80. 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