Kategorie: Allgemein

Postkarten-Aktion zum Holocaust-Gedenktag

In den letzten Jahren haben wir den Holocaust-Gedenktag regelmäßig zum Anlass für einen Infostand genommen. Dabei haben wir immer viele interessante Gespräche führen können. Das geht dieses Jahr nicht.

Damit der Tag aber nicht in Vergessenheit gerät, werden wir in diesem Jahr eine Postkarten-Aktion durchführen. Dazu haben wir eine Postkarte drucken lassen:

Die Idee ist, dass um den 27. Januar möglichst viele dieser Karten verschickt werden, um so die Erinnerung wach zu halten. Wer mag, kann die Karten auch am Gedenktag als Statement ins Fenster hängen.

Wie kommst du an die Karten? Ganz einfach: schreib uns eine Mail an info (at) oberberg-ist-bunt.org mit deiner Postadresse und der gewünschten Anzahl, wir packen die Karten in einen Umschlag und schicken sie dir. Du kannst sie dann verschicken oder weitergeben.

Die Karten sind kostenlos – außer für Rechte. AfD-Wählende zahlen 10 € pro Stück. AfD-Mitglieder zahlen 20 € pro Stück. Und wer meint, die AfD wäre noch nicht rechts genug, zahlt 100 € pro Karte. Für „Jana aus Kassel“ setzen wir mal 50€ pro Karte an.

WDR berichtet über unser Projekt Zwangsarbeit

Das Projekt zur NS-Zwangsarbeit im Oberbergischen Kreis ist am 13.1.2021 auch in einem Beitrag der WDR-Lokalzeit bekannt gemacht worden.

Bis zum 20.1.kann man sich den Beitrag in der Mediathek ansehen: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-koeln/video-schatten-der-vergangenheit-kriegsgefangene-im-oberbergischen-100.html

Leider sind die Quellen, auf denen die Arbeit beruht, nicht erwähnt worden. Deshalb sei das hier nachgeholt:

  • Die Broschüre „Zwangsarbeit in Oberberg“ von Gerhard Pomykaj, Ulrich Melk und Peter Ruland ist zum Preis von 2 Euro im Museumsshop auf Schloß Homburg zu erwerben, sie kann auch bei schloss-homburg@obk.de bestellt werden.   
  • Das Buch „Kriegsende in Oberberg“ von Dieter Lange ist leider vergriffen 
  • Die Karte, auf der das Lager „Unter-Würden“ eingezeichnet ist, liegt beim Kreisarchiv des Rheinisch-Bergischen Kreises unter der Bezeichnung „Situationsplan Stahlwerk Schmidt & Clemens, 1943“ 

Die Arbeit am Projekt zur Zwangsarbeit geht weiter: Auf der Gedenkseite sind jetzt Gedenkorte in Marienheide, Gimborn, Gummersbach und Oberbantenberg online, Frielingsdorf ist in Arbeit, dann kommt Bergneustadt…

Rückblick und Ausblick

Auch im zu Ende gehenden Jahr war unsere Arbeit geprägt vom Kampf gegen Rassismus und rechte Hetze, vom Einsatz für Toleranz und Solidarität.

Sicher – einiges lief anders wegen der notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen, aber wir haben deutliche Zeichen setzen können:

In der direkten Reaktion auf die rassistischen Morde in Hanau und auf rassistische Polizeigewalt in den USA haben unsere Mahnwachen am 20. Februar und am 6. Juni starke Beachtung gefunden, unsere öffentlichen Präsenz-Veranstaltungen zum 100. Jahrestag des Kapp-Putsches und zum Thema Rechtsterrorismus (gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Rechts) waren gut besucht.

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus konnten wir nicht auf der Straße aktiv werden. Aber es ist eine bunte Online-Demo zustande gekommen, bei der viele Menschen aus dem Oberbergischen Gesicht gezeigt haben.

Neu war, dass Nazis das Unverständnis einiger Menschen für die notwendigen Hygiene-Maßnahmen teilweise erfolgreich ausnutzen konnten, um Verschwörungsmythen und Antisemitismus zu verbreiten. So hat im Mai eine Facebook-Gruppe, deren Administratoren sich in ihren Profilen eindeutig zur AfD oder zu anderen Rechtsextremen bekannten, in Gummersbach zu einem „Spaziergang“ und zu einer Kundgebung gegen die Hygiene-Maßnahmen aufgerufen. Daran haben sich auch Menschen beteiligt, die eigentlich mit Rechts nichts zu tun haben. Wir haben dagegen gehalten: Mit öffentlicher Aufklärung und mit einer gemeinsamen Erklärung demokratischer Parteien und Organisationen. Und als dann im November der „Schiffmann-Wanderzirkus“ in Gummersbach Station machte und dabei der Holocaust verharmlost wurde, haben wir wieder öffentlich Stellung bezogen.

Der 8. Mai 2020 war der 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Gemeinsam mit „Wiehl bleibt bunt“ war ein großes Fest geplant. Das musste in diesem Jahr ausfallen, aber es wird nachgeholt! Denn das gemeinsame Feiern der Solidarität und der Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit gegen Rechts.

Der Jahrestag der Befreiung blieb in diesem Jahr dennoch nicht ohne Beachtung. An vielen Gedenkorten im Kreis wurden Blumen niedergelegt und deutliche Zeichen gesetzt.

Die Kommunalwahl im Herbst wurde von der AfD genutzt, um demagogisch Stimmung zu machen. Wir haben ihr Kommunalwahlprogramm zerpflückt. Besonders kreativ und aktiv war in Hückeswagen die Gruppe „Wir sind mehr im Bergischen“, die es erreicht hat, dass die AfD sich dort mit dem niedrigsten Ergebnis im Kreis begnügen musste. Überhaupt sind die Stimmen für die AfD weit hinter deren Erwartungen zurück geblieben, wie wir in unserer Wahlanalyse darstellen konnten.

Auf große Resonanz stieß unsere Auseinandersetzung mit dem Thema „Zwangsarbeit im Oberbergischen“. In der interaktiven Karte sind die Lager verzeichnet, in denen zur Nazi-Zeit Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in unserem Kreis interniert waren. Jetzt läuft die Aufarbeitung der Einzelschicksale der Menschen, an die auf einzelnen Friedhöfen erinnert wird. Das ist eine langwierige Arbeit, die Seite wird nach und nach vervollständigt – es lohnt sich, immer wieder mal nachzuschauen.

Was uns das Jahr 2021 bringen wird, können wir nicht vorhersagen. Wir können aber planen, was wir selber tun:

Für den 9. Januar 2021 plant die oberbergische AG von terre-des-hommes eine Mahnwache in Gummersbach, um auf das Schicksal der Kinder in den Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen. Aufgrund des Lockdowns kann das keine Großveranstaltung werden, aber auch du kannst vorbeikommen, dich informieren und andere auf die verzweifelte Lage der Kinder dort aufmerksam machen. Wir müssen gemeinsam Druck auf die Regierungen ausüben, damit sie endlich handeln und den Kindern eine menschenwürdige Zukunft ermöglichen! (Zur Flüchtlingspolitik der EU ist am 27.12.2020 ein grandioser Text von Heribert Prantl erschienen.)

Auch 2021 wird es wieder den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar geben und auch der internationale Tag gegen Rassismus steht wieder auf dem Kalender. Wir werden diese Termine nicht einfach vorübergehen lassen – wenn du eine gute Idee für eine Aktion hast, lass es uns wissen!

Langfristig stehen im Herbst 2021 Bundestagswahlen an. Wir werden gemeinsam darauf achten müssen, dass im Wahlkampf die Weichen für eine „klare Kante“ gegen Rechts gesetzt werden.

In diesem Sinne – es ist nicht einfach, es wird nicht einfach – lass es uns gemeinsam angehen!

Wir wünschen dir persönlich Gesundheit und alles Gute für 2021

Der Vorstand von „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“

So funktioniert Demagogie

Die AfD ist in den Ruinen des Schnellen Brüters in Kalkar, im so genannten „Wunderland“ zusammengekommen, um ein Rentenkonzept zu beschließen. Dass sich die Partei darüber hinaus wunderbar zerstritten hat, mag erheitern, sollte aber nicht darüber hinweg­täuschen, dass es noch immer viel zu viele AnhängerInnen und WählerInnen dieser immer eindeutiger rechtsextremen Partei gibt.

Wir haben uns mal das Rentenkonzept der AfD angesehen, das mit übergroßer Mehrheit verabschiedet wurde. Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie Demagogie funktioniert.(Die kursiv gedruckten Passagen sind Zitate aus dem AfD-Rentenkonzept.)

Es geht los mit der „Freiheit beim Renteneintritt“

Wer länger arbeitet, bekommt entsprechend mehr Rente. Wer früher in den Ruhestand geht, muss entsprechende Abschläge in Kauf nehmen.“

Schöne, einfache Sprüche. Gibt es Forderungen zum Renten-Eintrittsalter und zum Renten-Niveau? Nein!

Zur Berechnung der Rentenhöhe wird das Regel-Rentenalter nach SGB herangezogen. Das allgemeine Rentenniveau muss … auf Grundlage der Lebenserwartung und des Beitragsaufkommens kontinuierlich angepasst werden.“

Gemeint ist: Wenn die Menschen älter werden, muss die Rente sinken!

Wichtig wäre es, die Zahl derer, die in die Rentenkasse einzahlen, zu erhöhen. Und dafür zu sorgen, dass diejenigen, die viel einnehmen, sich auch angemessen beteiligen. Die Demagogen von der AfD wissen, dass das richtig ist, machen aber eine Politik für ihr neoliberales Klientel:

Zunächst mal ein einfaches „Die da oben“-Bashing:

Politiker sollen wie andere Arbeitnehmer auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.“

Steht da, wieviel? Nein! So können sie es bei einem Grundbeitrag belassen, der (auch angesichts der geringen Personenzahlen, um die es hier geht,) fast nichts bringt. Diese Forderung ist reiner Populismus.

Dann kommen die Beamten dran:

Die AfD möchte … die Verbeamtung auf rein hoheitliche Aufgaben beschränken, wie z.B. bei Bundeswehr, Zoll, Polizei, Finanzverwaltung und Justiz. Auf diese Weise wird ein Großteil der künftigen Staatsbediensteten in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen.“

Eine geschickte Gummi-Formulierung durch das „z.B.“. Man will sich ja mit niemandem wirklich anlegen…

Und was ist mit Freiberuflern und Selbstständigen?

Selbständige werden insofern grundsätzlich in die Gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen, können aber bei Nachweis einer privaten Altersvorsorge austreten bzw. die Beitragszahlungen suspendieren.“

Der Passus fängt gut an, aber dann kommt sofort die Aufhebung des ersten Teils. So kann man erreichen, dass GutverdienerInnen keinen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen und dass Lebensversicherungen und Aktienfonds im Geschäft bleiben. Und natürlich kein Wort von Einkommen aus Kapitalerträgen – wenn auch aus Aktiengewinnen Renten­beiträge gezahlt würden, stünde die gesetzliche Rentenversicherung viel besser da.

Am Ende wird klar, wem das ganze Konzept zugute kommen soll:

Private Vorsorge stärken“

Insbesondere sollten Sparer … frei entscheiden können, wie sie ihr Geld während der Ansparphase anlegen und die Mittel nach Erreichen des Rentenalters nutzen. Pro geborenem Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit und Lebensmittelpunkt in Deutschland soll der Staat außerdem eine zusätzliche Einzahlung in Höhe von 100 Euro pro Monat bis zum 18. Lebensjahr in die Spardepots der jeweiligen Kinder tätigen. Die Höhe dieses Beitrags ist regelmäßig vom Gesetzgeber dem Verlauf der Inflation anzupassen und entsprechend zu erhöhen.“

Klartext: Private Lebensversicherungen werden gefördert, indem der Staat pro Kind insgesamt 21600 € in die „Spardepots“ einzahlt (nicht in die gesetzliche Renten­versicherung!). Wer sich keine „private Vorsorge“ leisten kann, geht dabei dann leer aus.

Insgesamt hat die AfD sich für ein ganz klar marktradikales Konzept entschieden, für Geringverdienende bringt das nichts. Damit die einfachen AfDler das schlucken, wird das Ganze mit Nationalismus verknüpft: NUR FÜR DEUTSCHE!

So funktionierte die Demagogie der NSDAP auch.

Aufruf gegen den AfD-Parteitag am 28./29. November in Kalkar

„Aufstehen gegen Rassismus“ hat einen Aufruf gegen den geplanten AfD-Bundesparteitag in Kalkar veröffentlicht:

Stoppt die Hass-Superspreader:innen!

Nein zur Zusammenkunft hunderter Rassist:innen!

Mitten in der Corona-Pandemie will die AfD am 28. und 29. November ihren erst im April coronabedingt abgesagten Bundesparteitag auf dem Messegelände des „Wunderlands“ in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Kalkar nachholen. Einmal mit mehreren hundert Delegierten unter sich, werden sie die Masken in jeder Hinsicht fallen lassen. Wie schon bei früheren Veranstaltungen werden sie die Gelegenheit nutzen, um öffentlichkeitswirksam Hass und Hetze gegen Geflüchtete, Muslim:innen, Andersdenkende und -lebende zu verbreiten. Zudem kann man damit rechnen, dass die Corona-Leugner:innen der AfD einen gemeingefährlichen Infektionshotspot erzeugen. Dabei werden sie sich auch noch als „Freiheitskämpfer“ gegen eine herbeifantasierte Diktatur darstellen.

Sie knüpfen an altbekannte Verschwörungsmythen an, mit der jahrhundertelang Hass auf Minderheiten, insbesondere auf jüdische Gemeinden gelenkt wurde. Immer schon soll es eine angebliche „geheime Elite“ gewesen sein, die Not und Krankheit über das Land gebracht habe. Furchtbarer Höhepunkt dieses Denkens waren die Massenmorde des NS-Regimes. Im 21. Jahrhundert muss mit diesem Wahn endlich Schluss sein!

Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 hat die AfD sich immer weiter in Richtung einer völkisch- nationalistischen Partei radikalisiert. Sie ist vernetzt mit extrem rechten Netzwerken und Nazihooligans und sucht offen den Schulterschluss mit antisemitischen Verschwörungserzähler:innen und Reichsbürger:innen.

Die AfD diffamiert demokratische, linke und gewerkschaftliche Kräfte ebenso wie soziale Einrichtungen. Die AfD führt einen Kulturkampf gegen die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie stempelt Menschen mit Migrationsgeschichte zu Sündenböcken sozialer Missstände, spaltet die Gesellschaft, bekämpft die Gleichberechtigung und befeuert Hass und Hetze. Die Folgen zeigen sich in Ausgrenzung, Gewalt und Terror, in Angriffen auf Geflüchtete bis hin zu Mordtaten.

Wir werden mit vielen Menschen und gemeinsam mit demokratischen, gewerkschaftlichen, antifaschistischen, sozialen und kulturellen Initiativen, Organisationen, Religionsgemeinschaften und Parteien auf die Straße gehen, um unseren Protest und unseren Widerstand gegen einen Rechtsruck zum Ausdruck zu bringen.

Wir fordern:

  • Der Bundesparteitag der AfD muss wegen zu erwartender Infektionsgefährdung untersagt werden bzw. bei Nichteinhaltung der Auflagen abgebrochen werden!

Wir demonstrieren und treten ein für

  • eine Gesellschaft in der alle, unabhängig von Glaube, Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft und sozialem Status gleichberechtigt, frei und ohne Angst leben können
  • die Aufnahme und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen, die vor Verfolgung, Krieg, Hunger und Not flüchten
  • das Erinnern an die Verbrechen des NS-Regimes und das Gedenken an dessen Opfer
  • Solidarität mit allen Menschen, die von Armut, Ausgrenzung und Verfolgung bedroht sind
  • die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien

Unsere Antworten auf Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Chauvinismus und Sexismus sind Gerechtigkeit, Wertschätzung, Gleichberechtigung und Solidarität!

Wir wollen mit Anstand, Abstand und Maske demonstrieren und distanzieren uns von Rassismus, Gewalt und Hass.

Infos zum Ablauf der Proteste, unserem Hygienekonzept und Mobilisierungsmaterial sowie zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten »

Verharmlosung der Nazi-Verbrechen nicht zulassen!

Der Schiffmann-Wanderzirkus war da!

Am Samstag, den 14. November tauchte der schwarze Bus von Bodo Schiffmann und seinem Gefolge in Gummersbach auf. Vor etwa 300 Personen, von denen viele aus dem weiteren Umland angereist waren, verbreiteten fünf Männer ihre Ansicht zu den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie.
Wir stellen dazu fest: Das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Demonstrationsrecht sind wichtige Grundrechte, die – unter Beachtung des Infektionsschutzes – nicht angetastet werden dürfen. Nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt ist rassistische und antisemitische Hetze, für uns gilt: Faschismus ist keine Meinung,
sondern ein Verbrechen!

Was hat das mit Schiffmann zu tun? Es geht um völlig inakzeptable NS-Vergleiche:
Die Redner am Samstag bezeichneten sich selber auch als „Antifaschisten“, als „Widerstandskämpfer“, die Maßnahmen zum Schutz gegen eine weitere Ausbreitung des Virus wurden mit den Verbrechen des Hitler-Faschismus verglichen. Am Schluss verstieg sich Schiffmann so weit, dass er Menschen, die keine Masken tragen können oder wollen, als diskriminiert und verfolgt bezeichnete. Er endete mit der Ungeheuerlichkeit: „Freunde, das ist genau das selbe wie bei der Judenverfolgung, das ist kein Unterschied mehr!“ – und erhielt dafür begeisterten Beifall.
Wenn Menschen eine kleine Lästigkeit wie das Tragen einer Maske mit der Verfolgung und Ermordung durch die Nazis auf eine Stufe stellen, dann relativeren und verharmlosen sie dadurch den Holocaust. So etwas dürfen wir nicht zulassen!

Morsbacher Karnevalisten zeigen Haltung!

Morsbach, wir lieben Dich!

Die Morsbacher Karnevalisten machen klar: AfD – nicht lustig! Die „Altprinzen“ schließen einen (übrigens gescheiterten) AfD-Kandidaten von ihrem Stammtisch aus. Danke für diese klare Haltung!

https://www.oberberg-aktuell.de/politik/afd-trubel-beschaeftigt-kg-morsbach-a-30926

Und die AfD jammert auf ihrer Facebook-Seite – das ist lustig! Nur schade, dass die nicht wissen, wie es in Morsbach aussieht….

NRW-Landesregierung: Bericht zu Rechtsextremismus in NRW

Die Landesregierung hat in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen einen Überblick über die Situation des Rechtsextremismus in Nordrhein-Westfalen gegeben. Eine Zusammenfassung findet sich hier: https://www.bnr.de/…/aktu…/militante-rechte-szene-in-nrw, die komplette Antwort kann hier heruntergeladen werden: https://www.landtag.nrw.de/…/Dokument/MMD17-11081.pdf. Auch wenn der Bericht vor allem auf Angaben des Verfassungsschutzes beruht und deshalb die AfD so gut wie nicht vorkommt, lohnt sich die Lektüre.

Es befremdet allerdings, dass der Bericht nicht in der Lage ist, in der Rubrik „Rechtsrock“ den Ort für „Rufmord“ („Hausband“ der damaligen Freien Kräfte Oberberg) oder von „Der Oberberger“ anzugeben (Seiten 84, 86 – 89). Ja, die kommen aus dem Oberbergischen. „Der Oberberger“ posiert an verschiedenen Ort im Südkreis (von ihm als „unser Leyland“ bezeichnet). Ist nicht schwer rauszufinden. Hat vielleicht damit zu tun, dass es mehrfach heißt:

„…kommt eine detaillierte Auflistung in Abwägung der verfassungsrechtlich garantierten Informationsrechte des Landtags und seiner Abgeordneten mit den negativen Folgen für die künftige Arbeitsfähigkeit und Aufgabenerfüllung des Verfassungsschutzes sowie den daraus resultierenden Beeinträchtigungen der Sicherheit des Landes Nordrhein-Westfalen nicht in Betracht. Hierdurch könnten Rückschlüsse auf die Aufklärungsziele, den Erkenntnisstand sowie die Arbeitsweise des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes gezogen werden. Dies würde die Funktionsfähigkeit des Verfassungsschutzes nachhaltig beeinträchtigen.“

„Wegschauen ist nicht mehr erlaubt“ – Veranstaltung „Rechtsterrorismus in Deutschland“ im Raum L&C der Halle 32

Die klaren Worte von Bundespräsident Steinmeier bei der Gedenkveranstaltung in München zum 40. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats vom 26. September 1980 machen deutlich, wie wichtig die Beschäftigung mit dem Terror von Rechts und den dahinter stehenden Netzwerken ist. Dies ist auch unsere Motivation für die Veranstaltung „Rechtsterrorismus in Deutschland“, die am 30. September 2020 um 19 Uhr stattfindet.

Mit dem Ort für die gibt es leider noch einmal eine Änderung:

Was den Infektions-Schutz angeht, schlagen wir vor, das Konzept von 3. September wieder anzuwenden, das heißt, dass alle BesucherInnen eine Mund-Nase-Bedeckung mitbringen und diese auch während der Veranstaltung tragen.

Mehr zum Inhalt und zu den Referierenden unter https://www.netzgegenrechts-oberberg.org/aktuelles.html

Wichtig ist, dass ihr euch bitte JETZT für die Veranstaltung ANMELDET unter info@netzgegenrechts-oberberg.org

Wir bitten um Entschuldigung für das „Hin-und-Her“ beim Veranstaltungsort, die Gründe dafür liegen weder bei uns noch bei Netzwerk gegen Rechts.

Vor 40 Jahren: Rechter Terroranschlag auf das Oktoberfest

Vor 40 Jahren, am 26. September 1980: Eine Bombe explodiert am Eingang des Münchener Oktoberfestes, 13 Menschen werden getötet, über 200 verletzt. Der Täter ist selbst unter der Toten, die Ermittler sprechen schnell von einem „verwirrten Einzeltäter“, Bezug zur rechtsextremen Szene wird zunächst geleugnet. Dieses Muster polizeilicher und staatsanwaltlicher „Aufklärung“ findet man auch heute immer wieder – denken wir nur an die Terror-Anschläge von Halle und von Hanau.Ein recht guter Artikel zum Oktoberfest-Attentat stand vor 2 Jahren bei t-online: https://www.t-online.de/…/muenchner-oktoberfest-1980…

Veranstaltung „Rechtsterrorismus in Deutschland“ am 30.9.2020

In Kooperation mit dem Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen findet am 30. September um 19 Uhr in Gummersbach die Veranstaltung „Rechtsterrorismus in Deutschland – die noch immer unterschätzte Gefahr statt. Näheres hier: https://www.netzgegenrechts-oberberg.org/aktuelles.html

Achtung! Die Veranstaltung musste verlegt werden. Sie findet weiterhin am 30. September 2020 um 19 Uhr statt, aber im Spiegelsaal des Hotels „Wyndham Garden“ in Gummersbach-Windhagen, Hückeswagener Straße 4

Bitte anmelden unter https://www.netzgegenrechts-oberberg.org/kontakt oder info@netzgegenrechts-oberberg.org

Kommunalwahl 2020 im Oberbergischen Kreis – eine erste Einschätzung

(Grundlage sind die Meldungen auf www.obk.de, Stand 13.9.2020 23.00 Uhr – aktualisiert am 13.10.2020)

Bei der Landratswahl ist der Amtsinhaber Jochen Hagt wiedergewählt worden. Dieses Ergebnis enttäuschte sicher viele, die die Gegenkandidatin Tülay Durdu unterstützt hatten. Trotz dieses Ergebnisses bleibt aber das, was der engagierte Wahlkampf von Tülay Durdu angestoßen hat: In den Bereichen Umwelt und Soziales hat Durdu viele Themen angesprochen, zu denen auch Hagt dann Position bezogen und sich in die richtige Richtung bewegt hat. Eine klare Position gegen Rechts – auch durch aktive Beteiligung zum Beispiel an unserer Gedenkaktion zum 75. Jahrestag der Befreiung – kam nur von Tülay Durdu. Hier werden wir weiter darauf drängen müssen, dass auch die Kreisverwaltung „klare Kante“ zeigt. Wie notwendig das ist, machten unter anderem die Razzien bei Reichsbürgern in Gummersbach-Windhagen deutlich.

Bei der Wahl des Kreistags ist erfreulich, dass die AfD jetzt in keiner der Kommunen mehr ein zweistelliges Ergebnis erzielen konnte.  Sie selber wird sich am ihrem Kommunalwahlergebnis aus dem Jahr 2014 messen und von einer Steigerung schwafeln. Die Wahl von 2014 ist aber nicht vergleichbar, weil die AfD damals im Oberbergischen noch im Aufbau war. Sie hat sich seitdem immer weiter zu einer eindeutig rechtsextremen Partei entwickelt. Dass sie dabei inzwischen mehr und mehr an Stimmen verliert, ist natürlich erfreulich.

Bezogen auf die Kommunalwahl 2014 hat die AfD zwar leicht hinzugewonnen (von 3,9% auf 5,9%), im Vergleich zu den Wahlen von 2017 (10,6%) und 2019 (9,1%) ist das jetzige Ergebnis aber eine Blamage. Die absoluten Stimmenzahlen am rechten Rand betrugen im Jahr 2014 rund 6000 (AfD- und PRO-Stimmen zusammen). Jetzt sind es 6755 Stimmen – nach 16400 im Jahr 2017 und 11600 im Jahr 2019.

In Bergneustadt ist der Stimmenanteil der Rechtsextremen von 13% im Jahr 2017 (Bundestagswahl) über 10,6% 2019 (Europawahl)  jetzt auf 5,16% (Kreistagswahl) zurückgegangen!

Dieser Trend lässt sich – wenn auch nicht ganz so deutlich – in allen Kommunen beobachten:

Engelskirchen: 8,2% 2017 – 7,5% 2019 – 4,5% Kreistag 2020

Gummersbach: 11,8% 2017 – 10,5% 2019 – 7,35% Kreistag 2020

Hückeswagen: 8,1% 2017 – 7,9% 2019 – 6,0% Kreistag 2020

Lindlar: 6,4% 2017 – 5,6% 2019 – 3,6% Kreistag 2020

Marienheide: 11% 2017 – 8,9% 2019 – 5,5% Kreistag 2020

Morsbach: 10% 2017 – 9,5% 2019 – 5,2% Kreistag 2020

Nümbrecht: 11% 2017 – 9,4% 2019 – 6,3% Kreistag 2020

Radevormwald: 10,5% 2017 – 9,1% 2019 – 7,6% Kreistag 2020

Reichshof: 13% 2017 – 11% 2019 – 7,0% Kreistag 2020

Waldbröl: 14,2% 2017 – 10,4% 2019 – 7,4% Kreistag 2020

Wiehl: 10,5% 2017 – 9,7% 2019 – 6,6% Kreistag 2020

Wipperfürth: 6,2% 2017 – 5,7% 2019 – 3,2% Kreistag 2020

Trotzdem ist es bedenklich, wenn noch immer 5,9% der abgegebenen Stimmen auf eine Partei entfallen, die gerade in unserem Kreis durch die Aufstellung des ultrarechten Udo Schäfer aus Radevormwald auf den zweiten Platz der Kreistagsliste ihre Position am rechten Rand klar stellt. Dass jetzt dieser Herr Schäfer mit drei weiteren weiteren AfDlern im Kreistag sitzt, wird die Arbeit dort sicher nicht angenehmer gestalten

Die AfD-Hochburgen bleiben weiter problematisch: Wenngleich auch dort die Rechtsextremen verloren haben, so stimmt bedenklich, dass im Stimmbezirk „Alten- und Jugendzentrum Bernberg“ in Gummersbach die AfD fast jede vierte der abgegebenen Stimmen erhalten hat (22,3% bei der Kreistags- bzw. 23,1% bei der Stadtratswahl). Hierbei ist aber – wie bei den anderen Ergebnissen aus einzelnen Stimmbezirken – zu berücksichtigen, dass dieses Mal ein großer Anteil der Wählerinnen und Wähler per Briefwahl abgestimmt hat. Diese Stimmen sind nicht einzelnen Stimmbezirken zuzuordnen.      

Auch im Waldbröler Stimmbezirk „Maibuche“ erhielt die AfD mit 22,2% ein sehr hohes Ergebnis – aber nur 19,3% der Wahlberechtigten haben im Wahllokal angestimmt.

In den Kommunen, in denen die AfD zur Wahl des Rates angetreten ist, hat sie in Gummersbach mit 7,1% die meisten Stimmen fangen können, es folgen Radevormwald und Wiehl mit je 6,36% und Hückeswagen mit 5,23% (Hier hat der entschiedene Widerstand der Gruppe „Wir sind mehr im Bergischen“ sicher geholfen, das Ergebnis der Rechtsextremen niedrig zu halten, deren Einschätzung steht hier ) Die Stadträte werden sich in Gummersbach und Radevormwald jeweils mit drei AfD-Leuten auseinandersetzen müssen, in Hückeswagen sind es zwei. In Morsbach stand die AfD nur in drei Stimmbezirken auf dem Wahlzettel, das reichte insgesamt nur für 1,8%. Erschreckend ist aber, dass der AfD-Mann Beckers in Alzen fast 10% der Stimmen bekam.

„Alarm in den Bergen“ – beeindruckende Erinnerung an den Widerstand gegen den Kapp-Putsch

Geplant hatten wir unsere Veranstaltung zum 100. Jahrestag der Ereignisse, doch wegen des Lockdowns konnten wir sie erst jetzt – am 3. September 2020 – durchführen. Es ging darum, dass die Gewerkschaften und engagierte Liberale in Gummersbach damals, in der Zeit vom 13. bis zum 17. März 1920, den Rechten gezeigt haben, wo der Hammer hängt: Sie haben die Nazi-Vorläufer um Kapp und Lüttwitz entwaffnet und mitgeholfen, dass der Putsch gegen die gewählte Regierung niedergeschlagen wurde.

Auf der Grundlage eines Textes von Albert Nohl, aus dem zu Beginn in szenischer Lesung Auszüge vorgestellt wurden, und auf der Grundlage weiterer historischer Dokumente stellte Gerhard Pomykaj, der 30 Jahre Stadtarchivar und -historiker in Gummersbach war, die Ereignisse von damals dar. Der Widerstand gegen die Rechtsradikalen wurde vor allem von den Gewerkschaften getragen, war aber so breit aufgestellt, dass selbst der Unternehmer H.C. Steinmüller den Generalstreik unterstützte.

Im Anschluss an den Vortrag wurde in der Diskussion klargestellt, dass die Ereignisse von damals zeigen, dass ein gemeinsames Vorgehen gegen Rechts damals wie heute notwendig ist.

Hier kann der Text heruntergeladen werden (Es gibt noch einige Exemplare der gedruckten Broschüre mit dem Text, die wir gegen eine Spende abgeben. Wer eine haben möchte schreibe uns bitte an info@oberberg-ist-bunt.org)

Bildergalerie von der Veranstaltung

Der Artikel von Oberberg-Aktuell

Erneute Razzia bei Reichsbürgern in Gummersbach

Schon im März wurden bei einer Razzia in einem Haus in Gummersbach-Windhagen mehrere Schusswaffen gefunden: Drei abgesägte Schrotflinten, drei Armbrüste, zwei Macheten und eine Zwille.
Die Durchsuchung erfolgte damals nach dem Verbot der Gruppierung der „Geeinten deutschen Völker und Stämme“ aus der Reichsbürger-Szene.

Vor einigen Wochen gab es einen Hubschrauber-Einsatz über dem Gebiet, in dem das Haus liegt, zu dem die Polizei nichts weiter bekannt gab.

Jetzt fand eine weitere Razzia statt: https://www.oberberg-aktuell.de/blaulicht/erstmeldung–erneute-razzia-in-windhagen-a-28215